Bigbank: Wirtschaftswachstum in Europa erholt sich langsam

Die wirtschaftliche Entwicklung Europas bleibt von hoher Unsicherheit gepr?gt. In seiner wirtschaftlichen Analyse erl?utert Raul Eamets, Chef?konom der Bigbank, welche Faktoren das Wachstum bremsen und warum er einen sp?rbaren wirtschaftlichen Aufschwung demn?chst erwartet.

„Die Wirtschaftsprognosen f?r dieses Jahr sind von einer au?ergew?hnlich hohen Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit gepr?gt. Die geopolitische Lage bleibt instabil, und derzeit ist unklar, welche Schritte der Pr?sident der Vereinigten Staaten als N?chstes unternehmen wird, um die globale Ordnung neu zu gestalten und die strategischen Pl?ne des Landes umzusetzen. Die Unsicherheit wird zus?tzlich dadurch verst?rkt, dass in den Vereinigten Staaten ein Zwischenwahljahr beginnt, in dem sich das politische Kr?fteverh?ltnis im Kongress ver?ndern k?nnte.

Die Erwartungen an das globale Wirtschaftswachstum sind im Herbst optimistischer ausgefallen als unmittelbar nach der Ank?ndigung der Zollpolitik von Pr?sident Trump. F?r den Euroraum wird ein Wachstum von 1,2% prognostiziert, w?hrend f?r die USA ein Plus von 3,1% erwartet wird. Neben den geopolitischen Spannungen z?hlen das m?gliche Entstehen einer KI-getriebenen Aktienmarktblase sowie die hohe Volatilit?t von Kryptow?hrungen zu den zentralen Risiken.

Die Europ?ische Union hat der gr?nen Wende vorerst deutlich Grenzen gesetzt und ihre Investitionen in die Verteidigungsindustrie stark erh?ht. Bekannt ist jedoch, dass die Entscheidungsprozesse in der EU langsam verlaufen und die institutionelle Tr?gheit die Fortsetzung zuvor eingeschlagener Wege beg?nstigt. Die entscheidende Frage f?r die europ?ische Wirtschaft bleibt daher Deutschland: Wie wird das Land mit den US-Z?llen, dem unlauteren Wettbewerb aus China, insbesondere in der Automobil- und Chemieindustrie, und den dringend notwendigen strukturellen Ver?nderungen umgehen? Die alten Gesch?ftsmodelle, die auf billiger, vor allem russischer Energie basierten, sind offensichtlich nicht mehr tragf?hig. Gleichzeitig ben?tigen Entwicklungen in der R?stungsindustrie und die ?bertragung geplanter Investitionen in die Realwirtschaft Zeit; Ver?nderungen geschehen nicht ?ber Nacht. Die deutsche Wirtschaft stellt rund ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung der EU und etwa ein Drittel der EU-Exporte. Sollte das Wachstum in Deutschland weiterhin stagnieren und hinter den Prognosen zur?ckbleiben, w?rde sich dies ?ber die Au?enhandelskan?le negativ auf alle anderen europ?ischen Volkswirtschaften auswirken.

Die Markterwartungen und die Einsch?tzungen der Analysten hinsichtlich der Zinsentwicklung gehen auseinander. Die Preisbildung an den Finanzm?rkten deutet darauf hin, dass es in diesem Jahr zu einer Zinserh?hung durch die Europ?ische Zentralbank kommen k?nnte. Analysten rechnen jedoch eher mit unver?nderten Zinsen, da die Inflation voraussichtlich innerhalb eines f?r die EZB akzeptablen Rahmens bleiben wird. Nach der j?ngsten Prognose d?rfte die Teuerungsrate im Euroraum 1,9% betragen und damit gut mit dem Inflationsziel der EZB ?bereinstimmen. Ich neige dazu, die Ansicht der Analysten zu teilen, dass es in diesem Jahr zu keinen weiteren Zins?nderungen kommen wird und der Euribor bis zum Jahresende bei etwa 2,15% liegen d?rfte.

Zusammenfassend wird f?r Europa in diesem Jahr eine moderate wirtschaftliche Erholung erwartet, w?hrend das Wachstum in den Schwellenl?ndern und in den Vereinigten Staaten insgesamt wahrscheinlich dynamischer bleiben wird.“

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