Eschborn, M?rz 2026 – Der Begriff „Lifestyle-Teilzeit“ war in den vergangenen Wochen in aller Munde. Hintergrund war die in Politik und ?ffentlichkeit entfachte Debatte ?ber die gesamtwirtschaftliche Relevanz von Teilzeit-Arbeit. Der implizite Vorwurf: Menschen w?rden nur aus Bequemlichkeit statt aus echter Notwendigkeit heraus in Teilzeitmodellen arbeiten. Auch das Randstad Arbeitsbarometer 2026 zeigt jedoch, dass Teilzeit nur wenig mit dem vermeintlichen „Lifestyle“ der Arbeitnehmer:innen zu tun hat.
Teilzeit steht nicht hoch im Kurs
Auf die Frage, in welcher Besch?ftigungsform sie arbeiten, gaben 24 % der deutschen Umfrage-Teilnehmer an, eine Teilzeitstelle zu haben. Geht es um ihr Ideal – also darum, wie sie am liebsten arbeiten w?rden -, m?chten dies allerdings nur 16 % tun. Und dies gilt gleicherma?en f?r M?nner (15 % vs. 10 %) und Frauen (34 % vs. 22 %) und ?ber Generationen hinweg. 20 % der Gen Z zum Beispiel sind in Teilzeit besch?ftigt, f?r ihre ideale Besch?ftigungsform halten dies nur 13 %.
Wachsender Beliebtheit erfreuen sich dagegen sowohl Selbstst?ndigkeit als auch Vollzeitstellen mit einer zus?tzlichen Nebenbesch?ftigung. Heute sind zwar erst 5 % der Befragten selbstst?ndig, perspektivisch w?ren es aber doppelt so viele (10 %). Das zeigt sich auch bei anderen Modellen: Nur 3 % der Vollzeitbesch?ftigten haben aktuell einen Nebenjob, aber 12 % w?rden dieses Modell gern leben.
„Unsere Ergebnisse zeigen das Gegenteil dessen, was im Diskurs vermutet wird, und widerlegen die Annahme, dass viele Menschen schlicht weniger arbeiten m?chten“, sagt Verena Menne, Director Group HR bei Randstad Deutschland. „Stattdessen geht der aktuelle Trend am Arbeitsmarkt st?rker in Richtung Mehrarbeit – gepaart mit einer Leistungsbereitschaft, die eher selten thematisiert wird.“
Arbeitnehmende sind bereit f?r Leistung und Engagement
Die Gelegenheit, einen pers?nlichen Unterschied am Arbeitsplatz zu machen, wird von 49 % der Befragten als wichtiger oder sehr wichtiger Teil ihres Berufslebens eingestuft. F?r 45 % ist au?erdem das Thema Innovation wichtig oder sehr wichtig, w?hrend 43 % ihrer Karriereentwicklung und ihren Bef?rderungsgelegenheiten eine hohe Bedeutung beimessen.
„Viele Mitarbeitende m?chten sich einbringen, Neues wagen und achten au?erdem auf das eigene Vorankommen. Dies ist eine Gelegenheit f?r Arbeitgeber, die Belegschaft aktiver in die Gesch?ftsentwicklung einzubeziehen und dadurch auch ihr Innovationspotenzial zu steigern. Doch es muss auch ein Wille da sein, neue Ideen und unerprobte Arbeitsweisen zuzulassen“, erg?nzt Verena Menne.
Work-Life-Balance in vielen F?llen schon gew?hrleistet
Au?erdem ist vielen F?llen eine Balance zwischen Privat- und Berufsleben bereits gew?hrleistet. 74 % aller Besch?ftigten hierzulande meinen, ihre aktuelle Position und der aktuelle Arbeitgeber b?ten ihnen eine gute Work-Life-Balance. Das ist sogar mehr als der Anteil derjenigen, die Work-Life-Balance als eine Priorit?t in ihrem Berufsleben sehen (63 %).
„Im Hinblick auf Lebensf?hrung kommen viele Unternehmen ihren Besch?ftigten schon entgegen. Mitarbeitende m?ssen oft gar keine Abstriche machen, um Privates und Beruf zu vereinen. Dadurch wird klar, dass vor allem die Politik in der Pflicht ist, f?r bessere Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt zu sorgen – damit Vollzeit-Arbeit und Leistung f?r alle Besch?ftigten, die sie w?nschen, ?berhaupt m?glich ist und es sich f?r sie lohnt“, meint Verena Menne.
?ber das Randstad Arbeitsbarometer
Das Randstad Arbeitsbarometer wurde 2003 eingef?hrt und deckt inzwischen 35 L?nder auf der ganzen Welt ab. Die Studie erscheint einmal j?hrlich und macht sowohl nationale als auch globale Trends auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Verschiedene Pulse Surveys in ausgew?hlten L?ndern erg?nzen im Jahresverlauf das Randstad Arbeitsbarometer mit Einblicken in aktuelle Entwicklungen. Die Befragung wird online unter Arbeitnehmenden im Alter von 18 bis 67 Jahren durchgef?hrt, die erwerbst?tig oder Einzelunternehmer sind, oder arbeitslos, aber eine k?nftige Besch?ftigung anstreben. Die Mindeststichprobengr??e betr?gt 500 Interviews pro Land. F?r das Arbeitsbarometer 2026 wurden mehr als 27.000 Arbeitskr?fte weltweit, davon 1.000 in Deutschland, und erstmals auch ?ber 1.200 Arbeitgeber befragt sowie ?ber 3 Millionen Stellenanzeigen untersucht.
Keywords:Teilzeit, Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Besch?ftigung, Arbeitnehmer
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