Sechs Pionierkommunen in sechs L?ndern, acht europ?ische Partner, ein gemeinsames Ziel: die Energiewende von unten. Das EU-gef?rderte Projekt LOCAL GoGREEN zeigt, wie l?ndliche und kleinere St?dte die Klimaziele der EU nicht nur verstehen, sondern wirklich umsetzen k?nnen.
Br?ssel gibt die Ziele vor ? aber wer setzt sie um? In vielen Teilen Europas sind es nicht die gro?en Metropolen, sondern kleine und mittlere Gemeinden, die den Alltag der Menschen pr?gen und damit auch die Weichen f?r die Energiewende stellen. Genau hier setzt das Projekt LOCAL GoGREEN an: ein dreij?hriges Vorhaben, das im Rahmen des EU-LIFE-Programms gef?rdert wird und lokalen Beh?rden das Handwerkszeug geben soll, um ambitionierte Klima- und Energiepl?ne zu entwickeln und umzusetzen.
Was ist LOCAL GoGREEN?
Der Name ist Programm: ?LOCAL“ steht f?r den dezentralen Ansatz, ?GoGREEN“ f?r die inhaltliche Ausrichtung auf saubere Energie und Klimaschutz. Das Projekt verfolgt einen sogenannten Bottom-up-Ansatz ? also von der Gemeindeebene nach oben, nicht umgekehrt. Statt pauschaler Vorgaben aus der Hauptstadt oder aus Br?ssel werden die spezifischen Bed?rfnisse jeder einzelnen Gemeinde erfasst, analysiert und dann mit gezielter Beratung, Weiterbildung und technischer Unterst?tzung adressiert.
Konkret soll jede der sechs Pilotkommunen eine sogenannte Integrierte Klima- und Energieplanung (Integrated Climate & Energy Plan, ICEP) entwickeln und dabei aus f?nf Kernbereichen jeweils drei Projekte ausw?hlen: **Elektromobilit?t**, **Energieeffizienz von Geb?uden**, **erneuerbare Energieerzeugung**, **Landschaftsplanung zur Kohlenstoffbindung** und **Energie aus Abf?llen**. F?r jeden dieser Bereiche werden konkrete Machbarkeitsstudien erarbeitet und eine Projektpipeline aufgebaut, die auch nach Projektende weitergef?hrt werden kann.
Die sechs Pilotkommunen
LOCAL GoGREEN setzt auf eine bewusst breite geografische Streuung. Die sechs Pilotstandorte repr?sentieren unterschiedliche klimatische, wirtschaftliche und administrative Ausgangslagen ? und zeigen damit, dass der Ansatz auf verschiedene Kontexte ?bertragbar ist.
Ormo?, Slowenien ? Die nordostslowenische Gemeinde mit rund 11.920 Einwohnern liegt in der historischen Weinregion Prlekija, nahe der kroatischen Grenze. Ormo? hat bereits einen Klima- und Energieaktionsplan (SECAP) erarbeitet und will bis 2030 seinen CO?-Aussto? um 40 Prozent reduzieren. Das Projekt soll helfen, konkrete Ma?nahmen daraus abzuleiten.
Dryanovo, Bulgarien ? Die Gemeinde Dryanovo ist Teil der Verwaltungsregion Gabrovo. Sie liegt im zentralen Teil des Vorbalkans auf 248,5 Quadratkilometern in einem stark zerkl?fteten Gel?nde mit einer H?he von 180 bis 640 m. Die sch?nen Bergh?nge sind mit gemischten Laubw?ldern bedeckt, w?hrend die Fl?sse Yantra und Dryanovska sanft zwischen H?geln und Felsen dahinflie?en. Die Gemeinde hat 62 Ortschaften und eine Bev?lkerung von etwa 10.000 Einwohnern.
Tito, Italien ? Das s?ditalienische Tito in der Basilikata, auf rund 650 Metern H?he zwischen Ionischem und Tyrrhenischem Meer gelegen, hat etwa 7.100 Einwohner. Der bestehende Klima-Aktionsplan stammt noch aus dem Jahr 2012 und muss grundlegend erneuert werden. Die Gemeinde hat das B?rgermeisterkonvent unterzeichnet und erste Schritte zu einer lokalen Energiegemeinschaft (Renewable Energy Community) eingeleitet.
Ponferrada, Spanien ? Mit knapp 64.000 Einwohnern ist Ponferrada die gr??te der sechs Pilotkommunen. Die Hauptstadt der Region El Bierzo in Kastilien-Le?n war traditionell eine Bergbaustadt und steht exemplarisch f?r Kommunen im Strukturwandel, die neue wirtschaftliche und energetische Wege suchen.
Antunovac, Kroatien ? Die l?ndliche Gemeinde in der Region Osijek-Baranja besteht aus zwei D?rfern mit zusammen rund 3.700 Einwohnern und gilt offiziell als strukturschwaches Gebiet. Hier ist der Handlungsbedarf besonders gro? ? und das Potenzial, mit vergleichsweise geringen Mitteln sichtbare Wirkung zu erzielen, ebenfalls.
Albstadt, Deutschland ? Die Mittelstadt auf der Schw?bischen Alb in Baden-W?rttemberg liegt etwa auf halbem Weg zwischen Stuttgart und dem Bodensee. Albstadt bringt eine solide kommunale Infrastruktur mit und soll im Projekt zeigen, wie auch gut aufgestellte deutsche Kommunen ihren Transformationsprozess beschleunigen k?nnen.
Wer steckt dahinter? Die Projektpartner
Das Konsortium hinter LOCAL GoGREEN vereint acht Organisationen aus sechs L?ndern mit komplement?ren Kompetenzen:
– LEASP ? Lokalna energetska agencija Spodnje Podravje (Slowenien) ?bernimmt die Koordination. Die regionale Energieagentur aus Ptuj ist seit Jahren in der kommunalen Energieberatung t?tig.
– Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR) (Italien) ? Italiens nationaler Forschungsrat bringt wissenschaftliche Expertise in den Bereichen Energie und Nachhaltigkeit ein.
– Universit?t Tartu (Estland) ? Eine der f?hrenden Forschungsuniversit?ten des Baltikums verantwortet unter anderem die Entwicklung der digitalen Lernplattform.
– Aberon OOD (Bulgarien) ? Ein auf nachhaltige Entwicklung spezialisiertes Beratungsunternehmen, zust?ndig f?r den bulgarischen Piloten.
– A3e ? Asociaci?n de Empresas de Eficiencia Energ?tica (Spanien) ? Der spanische Verband der Energieeffizienzunternehmen betreut den Piloten in Ponferrada.
– ENERKON d.o.o. (Kroatien) ? Ein kroatisches Ingenieurb?ro f?r Energieberatung, zust?ndig f?r den Piloten in Antunovac.
– EIFI-Tech ? Europ?isches Institut f?r Innovation-Technologie e.V. (Deutschland) ? Das deutsche Institut bringt Expertise in Innovationsmanagement und unterst?tzt die technische und wissenschaftliche Begleitung des Projekts.
– Dr. Jakob Energy Research GmbH & Co. KG (Deutschland) ? Das auf Energieforschung spezialisierte Unternehmen ist f?r die digitale Kommunikation verantwortlich und Technologietransfer ein und betreut den Piloten in Albstadt.
Wissenstransfer als Herzst?ck
LOCAL GoGREEN denkt ?ber die sechs Pilotkommunen hinaus. Ein Transnationales Expertengremium (Transnational Expert Group, TEG) ber?t die lokalen Arbeitsgruppen zu technischen, rechtlichen und finanziellen Fragen. Lokale Arbeitsgruppen (Local Working Groups) in den Gemeinden bringen B?rgerinnen und B?rger, Unternehmen und Verwaltung an einen Tisch.
Eine mehrsprachige digitale Lernplattform soll das erarbeitete Wissen auch f?r Gemeinden zug?nglich machen, die nicht direkt am Projekt beteiligt sind. Geplant ist zudem ein Transnationales Kommunales Netzwerk als dauerhafte Gemeinschaft des Wissensaustauschs ? das mittelfristig in eine Europ?ische Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV) ?berf?hrt werden soll, um ?ber die Projektlaufzeit von 36 Monaten hinauszubestehen.
Warum LOCAL GoGREEN wichtig ist
Die Energiewende ist kein abstraktes politisches Ziel ? sie entscheidet sich in Rath?usern, auf Gemeinder?ten und in der t?glichen Verwaltungsarbeit. Viele kleine Kommunen scheitern nicht am Willen, sondern an fehlendem Personal, fehlenden Kapazit?ten und dem Durchblick im F?rderdschungel. LOCAL GoGREEN setzt genau hier an: nicht mit fertigen L?sungen, sondern mit dem Aufbau von F?higkeiten, die bleiben ? lange nach dem Ende der Projektf?rderung.
LOCAL GoGREEN (Projektnummer 101120811) wird im Rahmen des EU-LIFE-Programms (F?rderlinie LIFE-2022-CET-LOCAL) finanziert. Die
Projektlaufzeit betr?gt 36 Monate.
Keywords:Green Transition,Energy Transition,Waste-to-Energy,Solarenergy,Windenergy
Powered by WPeMatico