– Mehrheit der Deutschen ist besorgt ?ber hohe Inflation
– Sparer verlieren Misstrauen gegen?ber Geldanlagen
Bonn, 9.12.2021 | Hohe Inflation, niedrigste Zinsen und die Auswirkungen des zweiten Pandemiejahres: All diese Entwicklungen haben zunehmend Einfluss auf das aktuelle Sparverhalten und die Sorgen der Deutschen. Die repr?sentative Umfrage im Auftrag der norisbank zeigt, dass im Jahr 2021 nur noch 60,5 Prozent der Befragten genauso viel oder mehr gespart haben als im Vorjahr – hier zeigt sich ?ber die letzten Jahre offenbar ein Trend und aktuell der niedrigste Stand seit 2018 (2020: 63,8 Prozent, 2019: 62 Prozent, 2018: 60,4 Prozent).
Dennoch bleibt Sparen in bestimmten Altersgruppen hoch im Kurs. Das zeigt eine aktuelle repr?sentative Befragung der norisbank. Demgem?? sind besonders flei?ige Sparer derzeit die 18- bis 29-J?hrigen: 44,6 Prozent geben an, dass sie 2021 mehr gespart haben als im Vorjahr (42,9 Prozent, 2019: 43,1 Prozent; 2018: 43,9 Prozent). Auch die ?ltere Generation zwischen 60 und 69 Jahren spart wieder mehr. Rund 23,1 Prozent der Befragten haben mehr Geld zur Seite gelegt als im Jahr 2020 (18,5 Prozent, 2019: 19,3 Prozent, 2018: 16,5 Prozent). Bemerkenswert in dem Kontext: Dennoch sparten 39,5 Prozent der Deutschen insgesamt weniger als noch im Jahr 2020.
Generell scheint die Coronakrise jedoch f?r einige Deutsche beim Umgang mit ihrem Geld ihren Schrecken zu verlieren: Nur noch jeder vierte Mann (26,5 Prozent, 2020: 38,2 Prozent) gibt an, aufgrund der Pandemie Vorsicht walten zu lassen und das eigene Geld beisammenzuhalten. Bei den Frauen ist hingegen ein leichter Anstieg zu verzeichnen (35,7 Prozent, 2020: 33,3 Prozent). Das Niedrigzins-Rekordniveau hingegen taugt seit der Pandemie offenbar immer weniger als Anreiz f?r mehr Konsum und mehr Ausgaben: Nur noch knapp jeder F?nfte (17,2 Prozent, 2020: 18,1 Prozent, 2019: 32,8 Prozent, 2018: 35,7 Prozent) ist durch die historisch niedrigen Zinsen motiviert, Geld auszugeben, statt zu sparen.
Sorge vor Inflation gro?
Die aktuelle Befragung zeigt, dass ein Thema in kurzer Zeit eine besondere Bedeutung erh?lt: die gerade in 2021 stark steigende Inflation. So sorgen sich allgemein derzeit 63,1 Prozent der Befragten aufgrund der hohen Inflation um ihr Geld, ziehen daraus aber bislang noch keine konkreten Konsequenzen f?r ihr Ausgabe- und Anlageverhalten. Vielleicht ist das Thema der steigenden Inflation f?r viele Deutsche noch frisch und der Umgang mit der Inflation nicht vertraut genug. Bedenkt man den starken Anstieg der Inflation zuletzt, die aktuellen Prognosen sowie die zunehmende Medienpr?senz des Themas, ist ein entsprechender Einfluss auf das Verhalten der Deutschen sicherlich zu erwarten.
„Betrachtet man die Ergebnisse unserer aktuellen Umfrage, so l?sst sich daraus schlie?en, dass die Inflation scheinbar bislang eher mit steigenden Lebenshaltungskosten in Zusammenhang gebracht wird und weniger mit der realen Geldentwertung“, erkl?rt Thomas gro?e Darrelmann, Vorsitzender der Gesch?ftsf?hrung der norisbank. „Dabei bedeuten fast f?nf Prozent Inflation auch, dass das Ersparte schon nach einem Jahr sp?rbar weniger wert ist.“ Sollte sich die hohe Inflation l?nger halten, kann dies f?r Sparer durchaus schmerzhafte Kaufkraftverluste bedeuten. „Die Gr??enordnung der Bedeutung l?sst sich anhand eines Beispiels recht einfach verdeutlichen: So verlieren 50.000 Euro Ersparnisse bei f?nf Prozent Inflation nach nur einem Jahr bereits 2.500 Euro an Geldwert beziehungsweise Kaufkraft. Eine solche Inflation ?ber zwei oder drei Jahre kann dann schon ein echter Sorgentreiber f?r viele sein. Denkt man an m?gliche Effekte auch auf den Geldwert der Altersvorsorge und von Renten, so wird die besondere Bedeutung einer hohen Inflation noch greifbarer. Hier ist sicherlich die Politik gefordert. Aber auch die Sparer sollten alternative Anlagem?glichkeiten pr?fen und gegebenenfalls ?berlegen, zeitnah die eine oder andere bedeutende Anschaffung zu t?tigen.“
Schaut man in diesem Kontext auf den Status Quo, so zeigt die Umfrage, dass aktuell nur etwas mehr als jeder F?nfte (22,3 Prozent) versucht, aktiv die Effekte der Inflation auszugleichen und sich zunehmend mit anderen Anlagem?glichkeiten auseinandersetzt. In der Gruppe der 50- bis 59-J?hrigen bereitet die Inflation sogar fast drei von vier Befragten Sorgen (71,9 Prozent). Dennoch suchen aktuell nur 17,8 Prozent nach alternativen Investitionsm?glichkeiten, um gegen die Inflationseffekte zu arbeiten. Es w?re nicht ?berraschend, wenn sich diese Werte schon bald deutlich ?ndern, sollten sich den Sparern valide Alternativen zeigen. Auch vielen der 18- bis 29-J?hrigen bereitet die Inflation schon Sorgen (57,5 Prozent). Aber auch in dieser Gruppe ist ein erheblicher Teil bez?glich des Umgangs mit der Inflation noch ratlos. So h?lt, das zeigen die Befragungsergebnisse, derzeit nur rund jeder Vierte der J?ngeren nach Optionen Ausschau, aktiv dagegenzusteuern (28 Prozent).
Jeder siebte Deutsche (14,6 Prozent) entscheidet sich im Umgang mit der Inflation aktuell gegen das Sparen oder Geldanlagen und gibt sein Geld aus. Die ?ltesten Befragten zwischen 60 und 69 Jahren sind dabei die mit Abstand aktivste Gruppe. Mehr als jeder Vierte von ihnen gibt aktuell sein Geld lieber aus (26 Prozent). Die Sorge vor der Inflation ist bei dieser Gruppe am geringsten (53,8 Prozent).
Misstrauen in Geldanlagen verzeichnet R?ckgang
Eine weitere auff?llige Entwicklung zeigt sich in den Befragungsergebnissen m?glicherweise als Folge des extremen Niedrigzins-Niveaus und des Booms an den B?rsen: Die Einstellung zu Wertpapieren und anderen Anlageoptionen wird deutlich positiver. W?hrend im Jahr 2020 14,1 Prozent der Befragten, die mehr Geld gespart haben, kein Vertrauen in Anlagen wie Aktien hatten, sind es aktuell nur noch 12,4 Prozent. Vor allem bei den M?nnern geht das Misstrauen stark zur?ck: 2018 hatte fast jeder Vierte (24 Prozent) kein Vertrauen in Anlagen wie Aktien – heute ist es nur noch jeder Zehnte (10 Prozent). Dieser Trend wird gegebenenfalls auch durch die zunehmende Kenntnis ?ber Wertpapiere verst?rkt. So gab im Jahr 2018 noch fast jeder vierte Sparfuchs (23,2 Prozent) an, sich nicht mit Anlage- und Investitionsm?glichkeiten auszukennen – drei Jahre sp?ter sind es nur noch 13,7 Prozent.
Es wird deutlich: Niedrigzins und Inflationsrate sind derzeit besondere Themen, die die Deutschen beeinflussen. Vielleicht scheint die Suche nach attraktiven Anlagealternativen gerade im Kontext der B?rsenentwicklung auch das Misstrauen vieler Menschen in Anlage- und Investitionsm?glichkeiten abzuschw?chen. Aktuell erscheint der Anteil der Sparer, die sich mit der Inflation auseinandersetzen und bereits aktiv ihr Sparverhalten ge?ndert haben, noch relativ gering zu sein. Es ist bei anhaltender Inflation aber durchaus zu erwarten, dass sich dies noch signifikant ?ndert.
Mehr Informationen zur norisbank finden Sie unter www.norisbank.de oder besuchen Sie uns auf Twitter https://twitter.com/norisbank
?ber die Umfrage
Die norisbank hat zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG 1.030 Personen ab 18 Jahren bev?lkerungsrepr?sentativ nach Alter und Geschlecht befragt. Die Online-Befragung wurde Ende Oktober 2021 durchgef?hrt.
Keywords:Rasante,Inflation,Sorgen
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