Inflation und Pandemie prägten das Finanzjahr 2021 / Finanzielle Unzufriedenheit im Osten wächst

– Auswirkungen der Coronakrise weiterhin sp?rbar
– Jeder vierte Befragte sieht in hoher Inflation Hauptgrund f?r schlechtes Finanzjahr
– Zufriedenheitsniveau steigt nur langsam wieder

Bonn, 11.01.2022 | Nach einem weiteren herausfordernden Pandemiejahr ziehen die Deutschen Bilanz und bewerten ihre finanzielle Lage. Trotz der stark steigenden und besonders in den letzten Monaten besorgniserregend hohen Inflation sowie sehr niedriger Zinsen war das Jahr 2021 f?r 36,8 Prozent der Befragten ein „gutes“ oder „eher gutes“ Finanzjahr. Nach einem starken Einbruch im Pandemiejahr 2020 (30,4 Prozent) erreicht der Wert ann?hernd das Niveau von 2019 (39,7 Prozent). Dennoch zeigt sich die Bev?lkerung im Durchschnitt uneinig in der Bewertung. Auch im L?ndervergleich kommt es zu gro?en Unterschieden. Das belegt eine repr?sentative Umfrage im Auftrag der norisbank.

Neben den Befragten, die das Finanzjahr 2021 als „gut“ oder „eher gut“ bewertet haben, schaut mehr als ein Drittel (34,5 Prozent) der Deutschen mit gemischten Gef?hlen auf das Jahr zur?ck – ein Wert, der leicht unter den Vorjahren liegt (2020: 35,6 Prozent, 2019: 35,4 Prozent). Die repr?sentative Umfrage zeigt aber auch, dass 2021 f?r deutlich mehr als ein Viertel der Deutschen (28,7 Prozent, 2020: 33,1 Prozent, 2019: 24,9 Prozent) erneut ein aus finanzieller Sicht schlechtes Jahr war. Ein Wert, der im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung darstellt, im Vergleich zu 2019 aber auch belegt, dass die zur?ckliegenden Jahre ihre Spuren hinterlassen haben und die Normalit?t noch fern ist.

M?nner deutlich zufriedener als Frauen
M?nner und Frauen bewerten das Finanzjahr unterschiedlich: 41,3 Prozent der M?nner sind zufrieden mit dem Finanzjahr 2021. Damit liegt der Wert trotz der besonderen Herausforderungen im vergangenen Jahr deutlich ?ber dem Vorjahr (2020: 36,5 Prozent, 2019: 41,6 Prozent) und wieder auf dem Niveau von 2019. Im Bundesvergleich sind deutlich mehr M?nner zufrieden mit dem Finanzjahr 2021 als Frauen, deren Wert mit 32,4 Prozent zwar deutlich ?ber dem Niveau von 2020 liegt, aber im Vergleich zu den M?nnern knapp 9 Prozentpunkte geringer ist (2020: 26,2 Prozent, 2019: 37,8 Prozent).

Mehr Menschen im Osten mit Finanzjahr unzufrieden
Unterschiede werden auch im L?ndervergleich deutlich: Vor allem von den Befragten aus Ostdeutschland wird das zur?ckliegende Jahr negativ bewertet (32,4 Prozent). Im Vergleich zu den Vorjahren hat diese Wahrnehmung deutlich zugenommen: So waren 2020 noch 27,7 Prozent und im Jahr 2019 sogar nur 25 Prozent der ostdeutschen Befragten unzufrieden mit ihrem Finanzjahr. In den alten Bundesl?ndern Deutschlands l?sst sich hingegen ein g?nzlich anderer Trend erkennen: Nur gut jeder Vierte Westdeutsche (26,5 Prozent, 2020: 36,8 Prozent, 2019: 27,6 Prozent) bewertet das letzte Finanzjahr als negativ. In S?d- und Norddeutschland lag der Wert minimal h?her (S?ddeutschland: 29,4 Prozent, 2020: 33,3 Prozent, 2019: 25,0 Prozent; Norddeutschland: 27,6 Prozent, 2020: 32,1 Prozent, 2019: 20,9 Prozent). Die Zufriedenheit der Befragten im Westen Deutschlands mit ihrer aktuellen finanziellen Lage (40,1 Prozent) hat hingegen nahezu wieder den Stand von 2019 erreicht (40,7 Prozent). Eine ?hnliche positive Entwicklung, wenngleich noch mit Werten unter dem 2019-Niveau, zeigt sich auch in S?d- und Norddeutschland (S?ddeutschland: 36,5 Prozent, 2020: 35,4 Prozent, 2019: 41,6 Prozent; Norddeutschland: 35,6 Prozent, 2020: 28,0 Prozent, 2019: 41,2 Prozent).

Coronakrise auch in 2021 f?r viele die Ursache finanzieller Einbu?en – besonders J?ngere betroffen
Fragt man spezifisch nach der Auswirkung der Coronakrise auf die pers?nlichen Finanzen, so zeigt sich, dass auch das zweite Pandemiejahr deutliche Spuren im Portemonnaie der Deutschen hinterl?sst – jedoch mit abnehmender Tendenz: W?hrend im Jahr 2020 noch 58 Prozent der Befragten, f?r die das Jahr nicht gut lief, ?ber finanzielle Einbu?en aufgrund der Coronakrise klagten, sind es 2021 nur noch 36,5 Prozent. Doch insbesondere die 18- bis 29-J?hrigen leiden noch immer unter den wirtschaftlichen Auswirkungen: 44,4 Prozent (2020: 71,0 Prozent) geben Kurzarbeit, fehlende Auftr?ge und Bonuszahlungen oder Arbeitslosigkeit aufgrund der Coronapandemie als Hauptgrund f?r ihr schlechtes Finanzjahr an.

Aber auch nicht unmittelbar Corona-bezogene Mehrausgaben spielen eine Rolle: 28 Prozent der Befragten, die das aktuelle Jahr aus finanzieller Sicht negativ bewerten, begr?nden dies mit Mehrausgaben aufgrund einer ver?nderten Lebenssituation wie beispielsweise durch Scheidung oder Mieterh?hung. Das sind 5,5 Prozentpunkte mehr als noch 2020 (22,5 Prozent).

Inflation gef?hrdet Verm?gensaufbau
Bereits mehr als ein Viertel der Deutschen (25,3 Prozent) gibt an, dass die hohe Inflation ein Hauptgrund f?r ihr schlechtes Finanzjahr war – sie konnten die Geldentwertung nicht ausgleichen. Aber auch der extreme Niedrigzins spielt eine Rolle: Durch die aktuelle Zinslage sieht jeder zehnte Deutsche seinen Verm?gensaufbau gef?hrdet. Allerdings zeigen die Umfrageergebnisse hier einen leichten R?ckgang: W?hrend 2019 noch 16,8 Prozent derer, die mit dem Finanzjahr 2019 nicht zufrieden waren, angaben, aufgrund der aktuellen Zinslage sinkende M?glichkeiten zum Werterhalt und Ausbau ihres Verm?gens zu haben, sind es 2021 nur noch 10,1 Prozent (2020: 10,9 Prozent). Eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn man bedenkt, dass sich die Auswirkung der Zinssituation f?r viele mit Blick auf die Verzinsung der Guthaben auf Girokonten sowie Tages- und Festgeldkonten weiter verschlechtert.

Die Pandemie setzt sich im Jahr 2022 nun im dritten Jahr fort und es zeigen sich inzwischen gewichtige Auswirkungen der Coronakrise in vielf?ltiger Weise, die sich auch in der finanziellen Situation niederschlagen. Entsprechend ist auch in k?nftigen Befragungen mit heterogenen sowie volatilen Ergebnissen und unerwarteten Entwicklungen zu rechnen.

Mehr Informationen zur norisbank finden Sie unter www.norisbank.de oder besuchen Sie uns auf Twitter https://twitter.com/norisbank.

?ber die Umfrage
Die norisbank hat zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG 1.030 Personen ab 18 Jahren bev?lkerungsrepr?sentativ nach Alter und Geschlecht befragt. Die Online-Befragung wurde Ende Oktober 2021 durchgef?hrt.

Keywords:Inflation,Pandemie,Finanzjahr

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