Eine Schule für den Beruf

ARAG Experten informieren zum Tag der Bildung ?ber die duale Ausbildung

Eine Berufsausbildung in Deutschland ist in der Regel die Kombination aus einer Ausbildung in einem Betrieb und dem Besuch einer Berufsschule. Weit ?ber zwei Millionen Sch?ler absolvieren aktuell diese so genannte duale Ausbildung. Was eine Berufsschule genau ist, wie der Schulalltag aussieht und welche Voraussetzungen Sch?ler erf?llen m?ssen, um eine Berufsschule zu besuchen, erkl?ren die ARAG Experten anl?sslich des Tages der Bildung am 24. Januar.

Was ist eine Berufsschule?
Wer einen Beruf erlernt, muss neben der Arbeit im Betrieb, in dem die Ausbildung stattfindet, f?r zwei bis dreieinhalb Jahre auch die Schulbank in der Berufsschule dr?cken. Sie ist einer der beiden Lernorte im sogenannten dualen Berufsausbildungssystem. Der Besuch der Berufsschule ist nach Auskunft der ARAG Experten verpflichtend (Paragraf 13 Berufsbildungsgesetz [BBiG]) und Berufssch?ler m?ssen f?r den Unterrichtsbesuch vom Betrieb freigestellt werden (Paragraf 15 BBiG).

Voraussetzung f?r die Berufsschule
Nur wer einen g?ltigen Ausbildungsvertrag unterzeichnet hat, kann sich bei der Berufsschule anmelden. Daf?r ist in der Regel mindestens ein Hauptschulabschluss n?tig. Nach Auskunft der ARAG Experten kann man sich die Berufsschule nicht immer aussuchen, sondern meldet sich meist in dem Schulbezirk an, wo auch der Ausbildungsbetrieb ans?ssig ist. Gibt es allerdings eine Berufsschule, die n?her am Wohnort des Sch?lers liegt, kann man nach Absprache mit dem Ausbilder auch diese Schule besuchen, vorausgesetzt die fachliche Zuordnung stimmt. Je nachdem, welche Ausbildung Sch?ler absolvieren, kann es aber auch sein, dass sie in einer anderen Stadt oder gar in einem anderen Bundesland zur Berufsschule gehen m?ssen. Denn bei Ausbildungsberufen mit einer geringen Zahl von Auszubildenden werden Standorte der Fachklassen l?nder?bergreifend gebildet.

Unterricht: Dauer und Umfang
Der Unterricht in der Berufsschule findet an ein bis zwei Tagen pro Woche statt, so dass Auszubildende acht bis zw?lf Wochenstunden zur Schule gehen. Die ARAG Experten weisen allerdings darauf hin, dass es bei seltenen Berufen und bei Berufen mit wenigen Azubis m?glich sein kann, dass der Unterricht in gr??eren zeitlich zusammenh?ngenden Einheiten in Form von Blockunterricht erteilt wird. Die Schultage sind dabei ?hnlich lang wie auf allgemeinbildenden Schulen, also f?nf bis acht Schulstunden t?glich. Dabei wird die Unterrichtszeit auf die Arbeitszeit angerechnet, ebenso wie die Unterrichtspausen. Die Ausbildungsverg?tung muss w?hrend der Berufsschulzeit weitergezahlt werden.
Dauert der Unterricht l?nger als f?nf Schulstunden ? 45 Minuten, sind Auszubildende einmal in der Woche f?r diesen Tag freizustellen; sie d?rfen dann auch nach dem Unterricht nicht mehr im Betrieb weiterbesch?ftigt werden. Der Berufsschultag wird mit der durchschnittlichen t?glichen Arbeitszeit auf die Ausbildungszeit angerechnet. Findet der Unterricht an zwei Tagen in der Woche statt, wird f?r den zweiten Tag nur die tats?chliche Unterrichtszeit angerechnet. Je nach vereinbarter Arbeitszeit muss der Azubi dann unter Umst?nden nach der Schule noch im Betrieb erscheinen. Die Arbeitszeit pro Woche darf f?r Minderj?hrige nicht mehr als 40 Stunden bzw. acht Stunden t?glich betragen. Bei Sch?lern ?ber 18 gilt nach Auskunft der ARAG Experten, dass sie grunds?tzlich an sechs Tagen die Woche besch?ftigt werden d?rfen. Ihre Arbeitszeit darf maximal 48 Wochenstunden betragen.

Was lernt man in der Berufsschule?
Nach Auskunft der ARAG Experten gibt es in Berufsschulen grunds?tzlich sieben Fachbereiche: Agrarwirtschaft, Gestaltung, Gesundheit, Erziehung und Soziales, Informatik, Technik und Naturwissenschaften, Ern?hrungs- und Versorgungsmanagement sowie Wirtschaft und Verwaltung. Hier erwerben Berufssch?ler wichtige theoretische Kenntnisse f?r ihre Berufspraxis. Zudem wird aber auch die Allgemeinbildung mit F?chern wie etwa Deutsch, Englisch oder Mathematik gef?rdert.

Der Schulabschluss
Nach erfolgreich absolvierter Berufsschulzeit erhalten die Absolventen das Abschlusszeugnis der Berufsschule. Dar?ber hinaus gibt es weitere Zeugnisse: Ein Pr?fungszeugnis von der f?r ihren Beruf zust?ndigen Kammer, also der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer (HWK), einer Rechtsanwaltskammer oder einer Verwaltungsschule. Und mit dem Arbeitszeugnis aus dem Betrieb, indem sie die duale Ausbildung absolviert haben, erhalten Berufssch?ler ihr drittes Zeugnis.

Die Pflichten der Berufssch?ler
In der Berufsschule gilt zuallererst die Lernpflicht. Das bedeutet, dass sich der Auszubildende darum bem?hen muss, die Berufsschule erfolgreich abzuschlie?en. Die Sorgfaltspflicht schreibt zudem vor, dass alle T?tigkeiten in der Berufsschule immer ordentlich und zuverl?ssig erf?llt werden m?ssen, dazu geh?rt auch das F?hren des Berichtsheftes. Dar?ber hinaus weisen die ARAG Experten auf die Schweigepflicht hin: Sie verbietet es dem Azubi, in der Schule Betriebsgeheimnisse auszuplaudern.

Wer zahlt f?r die Berufsschule?
Der ausbildende Betrieb muss Auszubildenden zwar Ausbildungsmittel wie beispielsweise Werkzeuge und Werkstoffe und andere Arbeitsmaterialien kostenfrei zur Verf?gung stellen. Aber die Fahrtkosten zur Berufsschule – ob mit ?ffentlichen Verkehrsmitteln oder gar einem eigenen Fahrzeug – muss der Chef nach Auskunft der ARAG Experten nicht bezahlen. Eine Ausnahme kann bestehen, wenn tariflich eine Fahrtkostenerstattung vereinbart wurde oder der Arbeitgeber auf eine andere Berufsschule besteht, die weiter entfernt ist. Au?erdem k?nnen die Fahrtkosten zum Ausbildungsbetrieb ?ber die Pendlerpauschale und die Kosten f?r die Fahrt zur Berufsschule als Reisekosten in der Steuererkl?rung geltend gemacht werden.

Berufsfachschulen
Eine schulische Ausbildung ist auch an einer Berufsfachschule m?glich. Hier gehen Sch?ler in Vollzeit zur Schule und arbeiten nicht parallel in einem Ausbildungsbetrieb. Vor allem im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen oder in technischen und kaufm?nnischen Bereichen gibt es Berufsfachschulen. Im Unterricht werden sowohl praktische als auch theoretische Inhalte vermittelt. Zudem m?ssen diverse mehrw?chige Praktika absolviert werden. W?hrend Berufssch?ler in einer dualen Ausbildung auch w?hrend der Schulzeit weiterhin ihr Gehalt beziehen, m?ssen Berufsfachsch?ler ihre Ausbildung in der Regel aus eigener Tasche finanzieren.

Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/job-und-finanzen/

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