?konomie, neu gedacht: Mit der Kreislaufwirtschaft wird linearer Verbrauch durch dauerhaft zirkulierende Materialien ersetzt. Mit enormem Potenzial: Laut McKinsey & Company k?nnte Europa damit bis 2030 einen Netto-Nutzen von bis zu 1,8Billionen Euro erzielen. Gleichzeitig lie?en sich Versorgungsstr?me sichern und der Rohstoffbedarf um 32% senken.
Kunststoff gilt dabei als Haupttreiber: Seine nachhaltigen Eigenschaften und hohe Relevanz machen ihn zum Schl?ssel der zirkul?ren Industrie. „Kreislaufwirtschaft und Design for Recycling sind die Zukunft“, sagt Philipp Lehner, CEO eines weltweit f?hrenden Herstellers von Kunststoffverpackungen. Das Unternehmen ALPLA f?rdert Kunststoff-Kreisl?ufe unter anderem mit 14 Recyclingwerken weltweit.
Recycling als Erfolgsfaktor
Der Ansatz: In Kreislaufsystemen ist Abfall Ausgang neuer Wertsch?pfung. Materialien – insbesondere Kunststoffe – werden mehrfach nutz- und idealerweise zu 100% recycelbar gestaltet. Um das Ziel zu erreichen, sind mehrere Faktoren entscheidend, Philipp Lehner: „Wir m?ssen systemische Verpackungen entwickeln, die sich leicht im Kreislauf verankern, das hei?t Stoffe, die leicht recycelbar sind. Zudem brauchen wir funktionierende Systeme f?r die Sammlung. Das funktioniert nur, wenn wiederverwertbaren Werkstoffen ein Wert beigemessen wird. Dann findet sich auch jemand, der Interesse hat, den Marktpreis f?r die Sammlung zu bezahlen.“
Deshalb denkt Kunststoffhersteller ALPLA bereits beim Aufbau eines Recyclingwerks die lokale Sammelstruktur gleich mit, wie etwa in Mexiko. Und arbeitet parallel an Design for Recycling und dem zunehmenden Einsatz von Rezyklat: So brachte ALPLA gemeinsam mit PTT Global Chemicals 2023 in Thailand das erste lebensmittelechte Rezyklat-PET (rPET) auf den Markt, inklusive der ersten vollst?ndig aus rPET bestehenden Flaschen f?r Pepsi und Minere. In Indien unterst?tzte das Unternehmen die Einf?hrung der ersten 100%igen rPET-Flasche durch Coca-Cola und trug damit zum Ziel des Getr?nkeherstellers bei, bis 2030 50% recyceltes Material in Verpackungen einzusetzen. Ein Meilenstein: Denn die Herstellung lebensmittelechter Rezyklate ist technisch besonders anspruchsvoll, da h?chste Hygiene- und Sicherheitsstandards eingehalten werden m?ssen, ohne die Materialqualit?t zu beeintr?chtigen.
Zirkularit?t als Wachstumsmotor
Der Aufwand ist eine Investition in die Zukunft: Erg?nzend zur McKinsey-Modellanalyse k?nnten laut der Stockholmer Investmentfirma Summa Equity die kreislaufwirtschaftlichen M?rkte in der EU bis 2040 ein Volumen von rund 1,5 Billionen Euro erreichen. Dabei profitieren Unternehmen von l?ngeren Produktlebenszyklen, h?herer Materialeffizienz und geringeren Produktionskosten. Auch der Arbeitsmarkt gewinnt: Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) rechnet damit, dass der ?bergang zur Circular Economy bis 2030 weltweit 7 bis 8Millionen neue Jobs schafft.
Europa steht noch am Anfang: Laut European Environment Agency (EEA) lag die zirkul?re Materialnutzungsrate der EU in 2023 bei 11,8%. Deutschland verwertete im selben Jahr bereits 99,5% der gesammelten Kunststoffabf?lle – ?ber 38% werk- und rohstofflich/chemisch, mehr als 61% energetisch. Das verdeutlicht das enorme Potenzial der Kreislaufwirtschaft, speziell bei Kunststoffen.
Kreisl?ufe als Ressourcensicherung
Zirkul?re Modelle schaffen zudem best?ndige Ressourcenstr?me und senken den Bedarf an Erstrohstoffen. Die Materialien bleiben regional und kontrolliert im System, unabh?ngig von Beschaffungsm?rkten und geopolitischen Risiken. So wird die Kreislaufwirtschaft Teil der ?konomischen Infrastruktur, vergleichbar mit Energie- oder Verkehrsnetzen.
Lokale Kreisl?ufe wirken wie „Materialkraftwerke“ und ersetzen importierte Rohstoffe durch hochwertiges Rezyklat. Das stabilisiert Lieferketten und senkt Kosten. Wachstum entsteht ohne zus?tzlichen Materialeinsatz, ?kologie und ?konomie verschmelzen. Bestes Beispiel: Das Bottle-to-Bottle-System, bei dem aus gebrauchten PET-Flaschen neue hergestellt werden – mit einem geringen Anteil an Erstmaterial. ALPLA hat eine Weinflasche aus PET konzipiert, die noch mehr kann. Daniel Lehner, Global Sales Director Food & Beverage bei ALPLA: „Die Flasche ist vollst?ndig recycelbar und kann mit bis zu 100 Prozent Rezyklat produziert werden.“
Kreislaufwirtschaft als neue Realit?t
Zirkul?re Systeme entwickeln sich nach und nach zur ?konomischen Wirklichkeit: Der Nutzen eines Materials steigt mit L?nge und Anzahl seiner Lebenszyklen. Wertsch?pfung entsteht durch Wiederverwertung statt Verbrauch. Unternehmen optimieren Kreislaufquoten und Materialeffizienz statt Produktionsmengen.
Anwender und Konsumenten profitieren in der Kreislaufwirtschaft zus?tzlich von Sharing-Systemen. Produkte werden als Service bereitgestellt, Verf?gbarkeit ersetzt Eigentum. Unternehmen verkaufen Dienstleistung statt St?ckzahlen, bieten anstelle von Maschinen garantierte Performance. Anbieter wie Siemens, Kaeser oder Rolls-Royce nutzen bereits solche Pay-per-Use-Modelle. Auch Tesla z?hlt mit seinem Robotaxi dazu, Elon Musks Vision: Fahrzeuge in ein gemeinsames autonomes Fahrdienstnetzwerk zusammenzuf?hren. Die Kreislaufwirtschaft ist damit mehr als ein Nachhaltigkeitskonzept – sie definiert eine ?konomie, die durch Mehrfachnutzung und Selbsterneuerung w?chst.
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