Erfurt / Weimar, 19. September 2022. Fachlicher Austausch rund ums Thema „Bauen im Bestand“, Netzwerken und kulturelle Highlights – all das stand auf dem Programm des 17. Bundeskongresses VISIONALE der Frauen in der Immobilienwirtschaft e.V. Unter dem diesj?hrigen Motto „Altes bewahren, Neues schaffen“ trafen sich am 16. und 17. September rund hundert Expertinnen aus allen Teilbranchen der Immobilienwirtschaft in Erfurt und Weimar. Th?ringen ist dabei erstmals Anlaufpunkt f?r die Immofrauen, deren 1.100 Mitglieder in 13 Regionalgruppen organisiert sind.
Die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Susanna Karawanskij, Ministerin f?r Infrastruktur und Landwirtschaft in Th?ringen, war hochkar?tig besetzt: Die Staatssekret?rin im Ministerium Prof. Dr. Barbara Sch?nig und der Erfurter Beigeordnete f?r Kultur und Stadtentwicklung Dr. Tobias Knoblich begr??ten die Immofrauen und skizzierten Eckpunkte ihrer Arbeit f?r Stadt und Land am ersten Kongresstag.
Klimapolitische Zielsetzungen mit dem Wohnraumbedarf zusammenbringen
Das Motto der diesj?hrigen VISIONALE „Altes bewahren, Neues schaffen“ war bewusst an den derzeitigen klimapolitischen Herausforderungen ausgerichtet, so die Immofrauen-Vorstandsvorsitzende Katrin Williams: „Die Immobilienwirtschaft, aber auch die Gesellschaft als Ganzes steht vor der Aufgabe, den immensen Wohnraumbedarf in den St?dten mit den klimapolitischen Zielsetzungen zusammen zu bringen. Dazu geh?ren ein klimaneutraler Geb?udebestand bis zum Jahr 2045 und der Zielsetzung „Null“ bei der Fl?chenversiegelung im Jahr 2050. Auf diesem Weg nimmt das Bauen im Bestand k?nftig eine ganz zentrale Rolle ein.“
Wie diese Ziele erreicht und welche Weichen jetzt gestellt werden m?ssen, beleuchteten die Panellisten aus unterschiedlichen Perspektiven mit Moderatorin Marion Hoppen. Dabei konkretisierte Staatssekret?rin Prof. Dr. Barbara Sch?nig die Pl?ne der Landesregierung: „Mit neuen F?rderrichtlinien, die im n?chsten Jahr in Kraft treten, will die Th?ringer Landesregierung ma?geblich vorantreiben, dass Bestandsimmobilien im Mietwohnungsbau saniert und modernisiert werden. Unter anderem wollen wir Bauvorhaben f?rdern, die den Leerstand im l?ndlichen Raum wieder nutzbar machen und solche, die durch Um- und Wiedernutzung von Geb?uden Ortskerne aufwerten“, so Sch?nig. „Damit einhergehend f?rdern wir gemeinschaftliche, generationen?bergreifende und altersgerechte Wohnformen sowie fl?chensparendes, energieeffizientes und innovatives Bauen. Wir sind zuversichtlich, dass wir so die Wohnsituation f?r viele Menschen im Freistaat verbessern k?nnen und zur Verf?gung stehende Ressourcen nachhaltig nutzen“.
Arne Ott, der als Leiter des Amts f?r Geb?udemanagement in Erfurt f?r die Planung und den Bau der st?dtischen Immobilien zust?ndig ist, betonte: „Der vorhandene Geb?udebestand muss erhalten und im Sinne der Nutzer und den Aspekten der Nachhaltigkeit weiterentwickelt werden. Dabei d?rfen die Rahmenbedingungen aber nicht einem Kosten-/Nutzenverh?ltnis untergeordnet werden. Ver?nderte Lehr-, Lern- und Arbeitsumgebungen k?nnen nicht immer am Bestand ausgerichtet werden, sondern m?ssen unter Umst?nden in einem zukunftsf?higen Neubau Platz finden.“
„Die Wiederentwicklung vorhandener Geb?ude und Brachfl?chen ist ein wichtiger und ressourcenschonender Weg zur Schaffung von Wohn- und Gewerbefl?chen. Er bietet aber auch f?r alle am Bau Beteiligten immer wieder eine Vielzahl von Themen, die eine besondere Flexibilit?t erforderlich machen“, so Andrea Meisel, Leiterin Projektentwicklung bei AOC Die Stadtentwickler: „Hierbei geht es um die Qualit?t der Bausubstanz und gegebenenfalls vorhandene Altlasten, aber auch um eine m?gliche Diskrepanz zwischen den ?ffentlichen Vorgaben und den Nutzeranforderungen.
Annabelle von Reutern, die als Head of Business Development von Concular zu den Pionieren der Kreislaufwirtschaft in Deutschland z?hlt, betonte in einem abschlie?enden Appell die Notwendigkeit einer Kurskorrektur: „Ohne Bauwende wird es keine Klimawende geben. Die Frage ist nicht, ob die Form der Verf?gbarkeit folgen muss, sondern wie schnell wir dieses Entwurfsprinzip umsetzen k?nnen.“
Wissenstransfer und Netzwerk-Plattform
Im Anschluss an das Fachprogramm stand im zweiten Teil des Kongresses in Weimar der pers?nliche Austausch und das Netzwerken im Fokus der TeilnehmerInnen. „Unser Bundeskongress spiegelt, was wir unseren Mitgliedern als Verein bieten: Wissenstransfer und Austausch zu aktuellen Fachthemen, aber auch eine Plattform f?r hochqualifizierte Branchenexpertinnen, um sich bundesweit miteinander zu vernetzen“, res?mierte Katrin Williams. „Schlie?lich wird Netzwerken mehr denn je zum Schl?sselfaktor, um individuelle Karriereziele, aber auch ein ausgeglicheneres Verh?ltnis von m?nnlichen und weiblichen F?hrungskr?ften in der Immobilienbranche zu erreichen. Und genau das ist angesichts der gro?en Herausforderungen, vor denen die Immobilienwirtschaft steht und die wir heute skizziert haben, wichtiger denn je!“
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