Alvarez & Marsal: Höhere Aktionärsrenditen treiben Trend zu „stillem“ Aktivismus

Die Zahl ?ffentlicher Aktivistenkampagnen in Europa stieg 2026 bislang um 11 %, w?hrend Investoren in Deutschland angesichts des wirtschaftlichen Umfelds zun?chst zur?ckhaltend agieren

? Europ?ische Unternehmen mit ?stillen? aktivistischen Investoren erzielen eine um 7,3 % h?here Aktion?rsrendite
? 21 % weniger Akquisitionen und 31 % mehr Ver?u?erungen sprechen f?r eine konsequentere Kapitalallokation und st?rkere Portfoliodisziplin.

M?nchen, 04.07.2026 ? Das weltweit t?tige Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal (A&M) stellt die Ergebnisse seines neuen A&M Activist Alert (AAA) vor, die f?hrende Analyse zum Aktion?rsaktivismus in Europa. Die aktuelle Ausgabe enth?lt eine Einsch?tzung f?r den Rest des Jahres 2026 und Anfang 2027.

Der Schwerpunkt aktivistischer Aktion?re in Europa verlagert sich zunehmend von ?ffentlichen Kampagnen hin zu einem diskreten Dialog mit Unternehmen. In einer umfassenden Analyse dieses ?stillen? Aktivismus hat A&M die Entwicklung von 1.589 europ?ischen b?rsennotierten Unternehmen untersucht. Bei 413 dieser Unternehmen waren bekannte aktivistische Investoren im Aktion?rsregister vertreten, ohne ?ffentlich in Erscheinung zu treten. Innerhalb der folgenden zwei Jahre erzielten diese Unternehmen eine um 7,3 % h?here Aktion?rsrendite als vergleichbare Wettbewerber und wiesen zudem eine h?here Kapitalrendite auf.

Dar?ber hinaus t?tigten Unternehmen mit stillen aktivistischen Investoren im Durchschnitt 21 % weniger Akquisitionen, w?hrend sie 31 % mehr Ver?u?erungen durchf?hrten. Gleichzeitig lagen die Ver?u?erungswerte um 56 % ?ber denen vergleichbarer Unternehmen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass stiller Aktivismus den Druck auf Unternehmen erh?ht, ihre Kapitalallokation kritisch zu ?berpr?fen und ihre Portfolios konsequent zu optimieren.

?Die allgemeine Vorstellung von Aktivismus ist nach wie vor von ?ffentlichen Kampagnen und in Teilen konfrontativen Diskussionen in den Vorstandsetagen gepr?gt. Die wirklich einflussreichen Gespr?che finden jedoch immer ?fter an anderer Stelle statt. Viele Aktivisten treten diskret mit Managementteams und Vorst?nden in Dialog. Im Fokus der Diskussionen steht weiterhin eine bestm?gliche Kapitalallokation?, kommentiert Patrick Siebert, Managing Director und Co-Head Deutschland bei A&M, den Trend.

Der Anstieg des stillen Aktivismus
Der Trend hin zu einem diskreten Vorgehen aktivistischer Investoren setzt sich seit mehreren Jahren fort. Anstatt unmittelbar ?ffentliche Kampagnen zu starten, bevorzugen viele Investoren zun?chst den kontinuierlichen Dialog mit Management und Aufsichtsrat, um Einfluss auf Strategie, Kapitalallokation und operative Leistung zu nehmen.

?ffentliche Kampagnen bleiben dennoch ein fester Bestandteil des Instrumentariums aktivistischer Investoren ? insbesondere dann, wenn sie die Dialogbereitschaft eines Unternehmens als gering einsch?tzen oder Fortschritte ausbleiben. Der vertrauliche Austausch entwickelt sich jedoch zunehmend zum bevorzugten Ansatz. Gleichzeitig bleibt die glaubhafte M?glichkeit einer ?ffentlichen Kampagne ein wirkungsvolles Druckmittel. Frei nach Theodore Roosevelt gilt daher auch f?r den modernen Aktionismus: „Speak softly and carry a big stick.“

2026 mit Anstieg des Aktivismus in Europa aber R?ckgang in Deutschland

Parallel zum Bedeutungsgewinn des ?stillen? Aktivismus hat sich 2026 auch der ?ffentliche Aktion?rsaktivismus in Europa als Gesamtes belebt. In den ersten f?nf Monaten des Jahres wurden europaweit 78 ?ffentliche Aktivistenkampagnen gestartet ? ein Anstieg von 11 % gegen?ber dem Vorjahreszeitraum.

In Deutschland hingegen hat sich die Aktivit?t ? wie von A&M prognostiziert ? deutlich abgeschw?cht. Lediglich 10 % aller europ?ischen Kampagnen entfielen bislang auf deutsche Unternehmen, verglichen mit 16 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Viele Investoren beobachten derzeit zun?chst die Auswirkungen geopolitischer Unsicherheiten, des industriellen Strukturwandels sowie des zunehmenden Wettbewerbs aus China, bevor sie aktiv werden.

Gro?britannien bleibt mit Abstand der wichtigste Markt f?r aktivistische Investoren. Auf das Vereinigte K?nigreich entfielen in den ersten f?nf Monaten des Jahres 42 % aller europ?ischen Kampagnen, nach 30 % im Vorjahreszeitraum. Auch in den nordischen L?ndern und in Italien nahm die Zahl der Kampagnen sp?rbar zu.

Branchen?bergreifend standen Unternehmen aus dem Konsumg?tersektor weiterhin am h?ufigsten im Fokus aktivistischer Investoren und machten 24 % aller Kampagnen aus. Gleichzeitig gewann der Industriesektor wieder deutlich an Bedeutung. Nach einem Anteil von 11 % im Jahr 2025 entfielen 2026 bereits 17 % aller Kampagnen auf Industrieunternehmen. Dies deutet auf eine schneller als erwartete Erholung des Sektors und eine wachsende Aufmerksamkeit aktivistischer Investoren f?r industrielle Transformations- und Wertsteigerungspotenziale hin.

Mehr M&A-Aktivismus
Governance-Themen bleiben mit einem Anteil von 35 % aller Kampagnen die h?ufigste Form des Aktionismus. Die deutlichste Entwicklung im Jahr 2026 ist jedoch das Wiedererstarken M&A-bezogener Forderungen. Deren Anteil stieg von 8 % im Jahr 2025 auf 20 %. Dies unterstreicht den wachsenden Fokus aktivistischer Investoren auf Kapitalallokation, Portfoliostruktur und Unternehmensvereinfachung.

Obwohl sich der europ?ische M&A-Markt insgesamt abgeschw?cht hat, verzeichneten Gro?britannien und der Industriesektor im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Anstieg der Transaktionswerte. Dadurch ergeben sich neue Ansatzpunkte f?r Aktivisten, Ver?u?erungen, Ausgliederungen oder andere wertsteigernde Transaktionen einzufordern. A&M erwartet daher, dass insbesondere Konglomerate und Unternehmen mit einem wahrgenommenen Konglomeratsabschlag k?nftig st?rker unter Druck geraten.

Ausblick 2027: Deutschland wird wieder attraktiver, der Blick auf KI-Projekte kritischer
Europa gewinnt f?r aktivistische Investoren weiter an Bedeutung und setzt damit den Trend der vergangenen Jahre fort. W?hrend in den ersten f?nf Monaten des Jahres 2024 noch 11 % aller ?ffentlichen Aktivistenkampagnen weltweit auf Europa entfielen, stieg dieser Anteil 2025 auf 12 % und erreichte 2026 bereits 15 %.

Gro?britannien d?rfte dabei auch k?nftig im Mittelpunkt stehen. Starke Aktion?rsrechte, anhaltende Bewertungsabschl?ge sowie eine wachsende Zahl potenzieller M&A-, Spin-off- und Take-Private-Transaktionen schaffen ein attraktives Umfeld f?r aktivistische Investoren. Auch Deutschland d?rfte nach einer Phase der Zur?ckhaltung wieder st?rker in den Fokus r?cken, da Investoren die Auswirkungen des industriellen Wandels und die damit verbundenen Wertsteigerungspotenziale neu bewerten.

Branchen?bergreifend werden insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Konsumg?ter, Industrie und Technologie verst?rkt im Fokus stehen.
Gleichzeitig wird k?nstliche Intelligenz zu einem zentralen Thema des Investorenengagements. Dabei steht weniger die Ank?ndigung neuer KI-Initiativen im Vordergrund als deren wirtschaftlicher Nutzen. Aktivistische Investoren werden zunehmend hinterfragen, ob KI-Investitionen tats?chlich zu h?herer Produktivit?t, verbesserten Margen, einer st?rkeren Kapitalrendite und nachhaltiger Wertsteigerung f?r die Aktion?re beitragen.

Patrick Siebert sagt dazu: ?In einem zunehmend anspruchsvollen Marktumfeld reicht es nicht mehr aus, auf Ver?nderungen zu reagieren. Investoren erwarten eine proaktive Transformationsagenda, eine disziplinierte Kapitalallokation und den nachweisbaren Einsatz von KI zur Steigerung von Wettbewerbsf?higkeit und Unternehmenswert.?

?ber Alvarez & Marsal
Alvarez & Marsal z?hlt seit seiner Gr?ndung im Jahr 1983 zu den weltweit f?hrenden Unternehmensberatungen. Das Unternehmen genie?t insbesondere f?r seine Expertise in den Bereichen Leadership, Strategie, Ergebnisverantwortung und Umsetzung h?chstes Renommee.

Das Leistungsspektrum von Alvarez & Marsal umfasst Unternehmensberatung, Services zur Optimierung der Gesch?ftsentwicklung sowie Turnaround-Management ? stets mit praxisnahen, auf die individuellen Anforderungen jedes Mandantenzugeschnittenen L?sungen. Gest?tzt auf ein globales Netzwerkerfahrener Industrieexperten, hochkar?tiger und erfahrenden Beraterinnen und Berater – viele mit Board-Level Erfahrung -unterst?tzt Alvarez & Marsal Unternehmen, Vorst?nde, Private-Equity-Gesellschaften, Anwaltskanzleien und staatliche Institutionen dabei, Transformationsprozesse zu gestalten, Risiken zu reduzieren und in jeder Wachstumsphase nachhaltigen Wert zu generieren.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.germanyalvarezandmarsal.com/de

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