Bad W?nnenberg hat zweieinhalbmal so viele Anlagen je Einwohner wie die Stadt Paderborn. Wer sein Dach neu eindeckt, muss seit Januar ohnehin Module einplanen.
Paderborn, 16. Oktober 2026. Im Kreis Paderborn sind rund 34.000 Solaranlagen in Betrieb. Das klingt nach viel, ist aber nur ein Viertel dessen, was auf die D?cher passen w?rde. Von 1.982 Megawatt m?glicher Dachleistung sind 503 Megawatt gebaut. Das zeigt eine Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur und des Solarkatasters NRW, die Photovoltaik Paderborn f?r alle zehn Kommunen im Kreis erstellt hat.
Im Landesvergleich steht der Kreis trotzdem gut da. In ganz NRW sind nur 15 Prozent der geeigneten Dachfl?chen belegt, im Kreis Paderborn 25 Prozent.
Das Land liegt vorn, die Stadt hinten
Innerhalb des Kreises gibt es gro?e Unterschiede. Spitzenreiter ist Bad W?nnenberg mit 184 Solaranlagen je 1.000 Einwohner. Die Kommune nutzt 31 Prozent ihres Dachpotenzials und liegt damit auf Platz 10 von 396 Kommunen in NRW. Dahinter folgen Lichtenau, B?ren und Borchen. Am Ende stehen die Stadt Paderborn mit 74 und Bad Lippspringe mit 71 Anlagen je 1.000 Einwohner.
?Auf dem Land gibt es mehr Einfamilienh?user, Scheunen und Hallend?cher, und die Leute entscheiden selbst ?ber ihr Dach?, sagt Sven Giesbrecht von Photovoltaik Paderborn. ?In der Stadt wohnen viele zur Miete oder in Eigent?mergemeinschaften. Da muss eine ganze Versammlung zustimmen, bevor ein Modul aufs Dach kommt.?
Im Vergleich der Gro?st?dte schneidet Paderborn dagegen sehr gut ab. Unter den 29 NRW-St?dten mit mehr als 100.000 Einwohnern nutzt keine einen gr??eren Teil ihrer D?cher, n?mlich 21 Prozent. M?nster kommt auf 14, D?sseldorf auf 7 Prozent. Das eigene Ziel hat die Stadt allerdings verfehlt: Der Klima-Aktionsplan von 2022 sah f?r Ende 2025 Dachanlagen mit 210 Megawatt vor. Erreicht waren laut Solarkataster 148 Megawatt.
Der Boom flacht ab, Speicher werden Standard
Den gr??ten Zubau gab es 2023 mit 5.282 neuen Anlagen. 2025 waren es noch 3.844, in diesem Jahr liegt der Kreis bisher rund acht Prozent unter dem Vorjahr. Fast vier von zehn neuen Anlagen sind inzwischen Steckersolarger?te f?r den Balkon.
Bei Dachanlagen hat sich etwas anderes ver?ndert. Von den Betreibern, die 2025 eine neue Anlage in Betrieb nahmen, haben gut 80 Prozent auch einen Batteriespeicher. Ein Grund ist der Strommarkt. In Deutschland gab es in diesem Jahr bereits 472 Stunden mit negativem Strompreis, vor allem an sonnigen Mittagen. Am 1. Mai fiel der Preis bis auf minus 500 Euro je Megawattstunde. Wer dann einspeist, bekommt bei neuen Anlagen keine Verg?tung. Wer speichert, nutzt den Strom am Abend selbst.
?Fr?her hat man mittags eingespeist und Geld bekommen?, sagt Giesbrecht. ?Heute rechnet sich eine Anlage ?ber den eigenen Verbrauch. Deshalb fragen fast alle Kunden direkt nach dem Speicher.?
Neue Pflicht bei der Dachsanierung
F?r viele Hausbesitzer kommt eine Frage neu dazu. Seit dem 1. Januar 2026 gilt die Solarpflicht in NRW auch f?r bestehende H?user, wenn die Dachhaut vollst?ndig erneuert wird. Beim Steildach ist das die Eindeckung, beim Flachdach die Abdichtung. Wer nur einzelne Ziegel tauscht oder einen Sturmschaden beseitigt, ist nicht betroffen. F?r Ein- und Zweifamilienh?user reicht eine Anlage mit drei Kilowatt Spitzenleistung, das sind sieben bis acht Module.
Ausgenommen sind D?cher, auf denen sich eine Anlage erst nach mehr als 25 Jahren rechnet. Ein Ost-West-Dach f?llt in der Regel nicht darunter. Es liefert je Modul etwa ein F?nftel weniger als ein S?ddach. Weil sich aber beide Seiten belegen lassen, erzeugt es oft mehr Strom als ein S?ddach mit nur einer nutzbaren Seite.
?Die meisten wissen von der Pflicht erst, wenn der Dachdecker schon bestellt ist?, sagt Giesbrecht. ?Wenn beide Gewerke sich vorher abstimmen, steht das Ger?st nur einmal. Das spart Geld.?
Einen Ratgeber zur Solarpflicht mit allen Ausnahmen und den Ertragszahlen f?r jede Kommune gibt es unter https://www.photovoltaik-paderborn.com/ratgeber-solarpflicht-nrw
?ber Photovoltaik Paderborn
Photovoltaik Paderborn plant und baut Solaranlagen mit Stromspeicher und Wallbox f?r Wohnh?user im Kreis Paderborn. Hinter dem Angebot steht ein Familienbetrieb mit Handwerk in dritter Generation und eigenen Monteuren. Photovoltaik Paderborn ist ein Projekt der Giesbrecht PV GmbH.
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