Berlin, 11. August 2026 ? Sojabohnen, K?rnererbsen, Ackerbohnen und S??lupinen besitzen eine F?higkeit, die andere Kulturpflanzen nicht haben: Mithilfe von Bakterien k?nnen sie Stickstoff aus der Bodenluft f?r ihr Wachstum und die Ertragsbildung nutzbar machen. Mineralische Stickstoffd?ngung wird dadurch ?berfl?ssig. Das macht sie zu interessanten Kulturen f?r eine ressourcenschonendere und resiliente Landwirtschaft.
Stickstoff ist f?r das Wachstum von Pflanzen unverzichtbar. Getreide und fast alle anderen Kulturpflanzen m?ssen deshalb mit pflanzenverf?gbaren Stickstoffverbindungen ged?ngt werden. Bei Sojabohnen, K?rnererbsen, Ackerbohnen und S??lupinen aus der Pflanzenfamilie der Leguminosen funktioniert die Versorgung anders: Die auch als H?lsenfr?chte bezeichneten Pflanzen gehen mit ihren Wurzeln eine Symbiose mit spezialisierten Bodenbakterien ein. Dadurch k?nnen sie atmosph?rischen Stickstoff aus der Bodenluft erschlie?en und kommen beim Anbau ohne zus?tzlichen Stickstoffd?nger aus.
Diese F?higkeit ist nicht nur eine biologische Besonderheit. Sie ist auch landwirtschaftlich relevant. Die Herstellung mineralischer Stickstoffd?nger ben?tigt viel Energie und ist mit Treibhausgasemissionen verbunden. Wo Kulturen ihren Stickstoffbedarf auf nat?rlichem Weg decken, kann daher der Einsatz energieintensiv und treibhausgasrelevant hergestellter Betriebsmittel sinken.
Zugleich liefern die reifen Samen der H?lsenfr?chte pflanzliches Protein. Die vier Kulturen verbinden damit zwei Anforderungen, die f?r die Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen: die effiziente Nutzung von Ressourcen und die Erzeugung proteinreicher Lebensmittel.
Eine Symbiose im Wurzelraum
M?glich wird die besondere Stickstoffversorgung durch sogenannte Rhizobien. Diese Bodenbakterien bilden kleine Kn?llchen an den Wurzeln der Pflanzen. Darin wandeln sie atmosph?rischen Stickstoff aus der Bodenluft in mineralische Stickstoffverbindungen um, die von den Pflanzenwurzeln weitertransportiert und f?r den Aufbau von Eiwei? und anderen pflanzlichen Substanzen genutzt werden k?nnen.
Die Pflanzen stellen den Bakterien im Gegenzug energiereiche Kohlenstoffverbindungen zur Verf?gung, die sie durch die Fotosynthese in den gr?nen Pflanzenteilen erzeugen. Pflanze und Mikroorganismus profitieren somit voneinander: Die Bakterien erhalten Energie, die Pflanze Zugang zu einer Stickstoffquelle, die sie allein nicht erschlie?en k?nnte.
Wie gut diese Symbiose funktioniert, h?ngt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu geh?ren die Kulturart, die im Boden vorhandenen Bakterienst?mme, das Angebot an frei verf?gbarem Mineralstickstoff und die Witterung. Bei der Sojabohne und auch beim ersten Anbau von S??lupinen ist es beispielsweise notwendig, das Saatgut vor der Aussaat mit geeigneten Rhizobien zu impfen, da in Deutschland oder ?sterreich die ben?tigten Bakterien im Boden nicht oder nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind.
?H?lsenfr?chte zeigen, wie sich die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel mit einem extensiveren Einsatz von Betriebsmitteln verbinden l?sst. Ihre besondere Form der Stickstoffversorgung macht sie zu wichtigen Kulturen f?r eine resiliente Landwirtschaft?, sagt Stephan Arens, Gesch?ftsf?hrer der Union zur F?rderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP).
Mehr als der Verzicht auf Stickstoffd?nger
Der Nutzen der H?lsenfr?chte endet nicht mit ihrer eigenen Ernte. Ihre Wurzeln und Erntereste verbleiben auf dem Acker und werden dort von Bodenorganismen abgebaut. Dabei gelangen organische Substanz und N?hrstoffe zur?ck in den Boden. Auch die nachfolgende Kultur kann von den Wirkungen der Leguminosen profitieren und braucht so selbst weniger Stickstoffd?ngung.
Wie stark dieser Effekt ausf?llt, h?ngt unter anderem von der angebauten Art, dem Ertrag, der Menge der Erntereste und der weiteren Bewirtschaftung ab. Pauschale Aussagen ?ber die H?he einer bestimmten D?ngewirkung sind deshalb nicht m?glich. Unbestritten ist jedoch, dass K?rnerleguminosen als Bestandteil der Fruchtfolge eine wichtige und besondere Funktion ?bernehmen.
Denn mit Ackerbohnen, K?rnererbsen, S??lupinen oder Sojabohnen kommt eine zus?tzliche Pflanzenfamilie auf den Acker. Der Wechsel zwischen unterschiedlichen Kulturen kann dazu beitragen, einseitige Fruchtfolgen aufzulockern und die Vermehrung spezialisierter Krankheitserreger und Sch?dlinge zu begrenzen. Voraussetzung daf?r sind ausreichend lange Anbaupausen, denn auch Leguminosen k?nnen von artspezifischen Krankheiten und Sch?dlingen betroffen sein.
Die Wurzelsysteme der vier Kulturen unterscheiden sich deutlich. W?hrend einige Arten tiefere Bodenschichten erschlie?en, konzentrieren sich andere st?rker auf den oberen Wurzelraum. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die biologische Aktivit?t im Boden f?rdern und zur Vielfalt innerhalb landwirtschaftlicher Fruchtfolgen beitragen k?nnen.
Keywords:Leguminosen,H?lsenfr?chte,Sojabohne,K?rnererbse,Ackerbohne,S??lupine
Powered by WPeMatico