Globale Lieferketten in der Sackgasse

Inflation ist mehr als nur eine vor?bergehende Phase: Kosten steigen, Auftr?ge sinken

Die weltweiten Lieferkettenaktivit?ten haben sich im zweiten Quartal zum zweiten Mal in Folge verlangsamt und sind entgegen den Prognosen um weitere 6 Punkte gesunken. Das geht aus dem j?ngsten Index of Global Trade Health von Tradeshift hervor. Tradeshift ist ein Digitalisierungsunternehmen mit gleichnamiger Supply-Chain-Commerce-Plattform, die digitale Handelstransaktionen zwischen B2B-K?ufern und -Lieferanten auf der ganzen Welt erleichtert.

Die Auftragsvolumina im Tradeshift-Netzwerk fielen im zweiten Quartal auf einen neuen Tiefstand und sanken um weitere 6 Punkte, nachdem sie im vorangegangenen Quartal bereits um 7 Punkte zur?ckgegangen waren. Der Mangel an neuen Auftr?gen beginnt sich auf die Lieferanten auszuwirken, die noch vor kurzem mit der steigenden Nachfrage zu k?mpfen hatten. Die Zahl der von den Lieferanten eingereichten Rechnungen ging im zweiten Quartal um 7 Punkte zur?ck, der st?rkste R?ckgang seit einem Jahr.

Die Auftragslage mag sich abschw?chen, aber die Analyse von Tradeshift zeigt, dass die Kosten seit Anfang des Jahres stark gestiegen sind. Der durchschnittliche Wert einer auf der Plattform von Tradeshift eingereichten Rechnung ist seit Anfang 2022 um 11 % gestiegen, verglichen mit einem bescheideneren Anstieg von 3,5 % im Jahr 2021.

Vielf?ltige Herausforderungen betreffen die gesamte Weltwirtschaft

Die derzeitige Inflationswelle hat mehrere Ursachen, von denen einige mit der Pandemie zusammenh?ngen. In der gesamten Weltwirtschaft kommt es immer wieder zu Unterbrechungen der Lieferketten. Covid-19-F?lle in China und die Verh?ngung von Abriegelungsma?nahmen f?hren weiterhin zu Problemen. Der Einmarsch Russlands in der Ukraine erh?ht den Druck weiter, insbesondere auf die Energie- und Lebensmittelpreise.

“Viele der aktuellen Herausforderungen in der Lieferkette, einschlie?lich der Inflation, haben ihre Wurzeln in der Pandemie”, sagt Christian Lanng, CEO von Tradeshift. “Einige dieser Probleme sind vor?bergehend, aber die gr??eren Probleme, wie Arbeitskr?ftemangel, geopolitische Spannungen und die Energiewende, sind strukturell und laufen Gefahr, sich zu verfestigen, wenn die Unternehmen jetzt nicht entschieden handeln.”

Die Analyse von Tradeshift zeigt ein bemerkenswert ?hnliches Muster in den regionalen Lieferketten auf der ganzen Welt:
-Die gesamte Handelsaktivit?t im Vereinigten K?nigreich und im Euro-Raum ging um 5 Punkte zur?ck, wobei die Auftragseing?nge und Lieferantenrechnungen unter dem erwarteten Bereich lagen.
-Die US-Lieferketten schnitten etwas besser ab als der weltweite Durchschnitt. Das Transaktionsvolumen lag im zweiten Quartal um 4 Punkte unter der erwarteten Spanne, aber das Volumen der Neuauftr?ge ist nach wie vor gering.
-Der chinesische Handel hatte ein weiteres schwieriges Quartal, da neue Abriegelungsma?nahmen in wichtigen St?dten zu einem weiteren R?ckgang des Transaktionsvolumens um 7 Punkte gegen?ber der erwarteten Spanne beitrugen.

Euro-Raum: Geringeres Wachstum als erwartet

Im ersten Quartal 2022 l?ste der Ausbruch des Krieges in der Ukraine den st?rksten R?ckgang der Aktivit?ten aus, der auf der Tradeshift-Plattform seit den ersten Tagen der Pandemie gemessen wurde. Im zweiten Quartal waren die Auswirkungen weit weniger gravierend. Die gesamte Handelsaktivit?t lag nur 6 Punkte unter dem Ausgangswert, verglichen mit 14 Punkten im ersten Quartal.

Die Rechnungsvolumina haben im zweiten Quartal an Schwung verloren. Das deutet darauf hin, dass der Auftragsr?ckgang aus dem ersten Quartal allm?hlich auf die Lieferanten ?bergreift. Das Auftragsvolumen erholte sich im zweiten Quartal, aber das Wachstum ist geringer als erwartet. Es bleibt gegen?ber dem Vorquartal unter dem Ausgangswert.

Einem aktuellen Bericht von Accenture zufolge k?nnten die durch COVID-19 und den Krieg in der Ukraine verursachten St?rungen bis 2023 zu einem R?ckgang des BIP im Euro-Raum um bis zu 920 Mrd. EUR (oder 7,7 %) f?hren. Eine Reihe von Vorschriften zur Dekarbonisierung der Lieferketten d?rfte kurzfristig weitere Herausforderungen und noch h?here Kosten mit sich bringen. Aber eine Konzentration auf nachhaltige Beschaffung und gr?ne Energie k?nnte Europas beste Hoffnung sein, den derzeitigen Zyklus zu durchbrechen.

Geringere T&L-Aktivit?ten spiegeln den allgemeinen Abschwung wider

Die Daten von Tradeshift deuten darauf hin, dass die r?ckl?ufige Nachfrage auch zu einer Abk?hlung der Aktivit?ten in der gesamten Transport- und Logistikbranche f?hrt. Die Transaktionsvolumina fielen zum ersten Mal seit einem Jahr unter die erwartete Spanne, nachdem die Aktivit?t im Vergleich zum Vorquartal um 5 Prozentpunkte gesunken war.

Auch die Aktivit?ten im verarbeitenden Gewerbe und im Einzelhandel blieben unter dem erwarteten Wert. Die Ausgaben im Technologiebereich erholten sich im zweiten Quartal deutlich. Die Aktivit?t bewegte sich innerhalb der prognostizierten Spanne.

“Es w?re eine ganz nat?rliche Reaktion, wenn die Unternehmer die Korken knallen lassen und warten w?rden, bis der aktuelle Sturm vor?ber ist”, so Lanng. “Aber viele der Probleme, mit denen die Lieferketten heute konfrontiert sind, werden auch in einem Jahr noch bestehen. Wie lange kann ein Unternehmen den Atem anhalten, bevor ihm die Luft ausgeht? Die meisten F?hrungskr?fte, mit denen ich spreche, haben den Horizont im Blick. Sie treiben die dringend notwendigen Investitionen in Technologien voran, um flexibler, widerstandsf?higer und nachhaltiger zu werden.”

Der vollst?ndigen Q2 2022 Index of Global Trade Health ist in englischer Sprache downloadbar auf der Tradeshift Website: https://tradeshift.com/global-trade-report/

Quellennachweis:
1.https://hub.tradeshift.com/research-and-reports/tradeshifts-index-of-global-trade-health-q2-2022/
2.https://www.accenture.com/us-en/insights/strategy/ukraine-future-supply-chains-europe

?ber den Tradeshift Index of Global Trade Health
Viele der weltweit gr??ten Eink?ufer und ihre Lieferanten nutzen die Handelstechnologie-Plattform von Tradeshift, um digitalisierte Einkaufs- und Rechnungsdaten auszutauschen. Der Index analysiert anonymisierte Transaktionsdaten, die ?ber die Plattform flie?en. Als Transaktionsvolumen bzw. Lieferkettenaktivit?ten definiert Tradeshift alle Handelsaktivit?ten und Forderungen aus Lieferantenzahlungen. Der Index gibt einen zeitnahen ?berblick dar?ber, wie sich externe Ereignisse auf den Business-to-Business-Handel auswirken. Zus?tzliche Umfragen und Kundeninterviews erg?nzen den Report.

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