Hat Herr Höttges Recht? Ein überfälliger Denkanstoß.

Sieht so moderne F?hrung, modernes Leadership aus?

Die Corona Pandemie hat die Wirtschaft weltweit gezwungen, umzustrukturieren. Mit der
fortschreitenden Eind?mmung der Pandemie kehren viele Unternehmen wieder in den
B?roalltag zur?ck. Die Arbeitnehmer haben sich an die Arbeit im Homeoffice
gew?hnt und Gefallen daran gefunden. Fraglich ist, ob eine R?ckkehr wirklich sinnvoll und auch
umsetzbar ist.

Der f?r seine exzellente F?hrung und innovatives Leadership hoch angesehene Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, Timotheus H?ttges, hat ein bemerkenswertes Interview dazu in der Augsburger Allgemeine vom 21.08.2022 gegeben.

In seinem Interview bewertet Timotheus H?ttges bestimmte Entwicklungen im Bereich Home-Office
als sehr kritisch. F?r den Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG ist durch das Homeoffice
ein „… hohes Ma? an Vitalit?t in unserer Konzernzentrale verloren gegangen“, und vor allem bleibe
„…das pers?nliche Gespr?ch und die Kreativit?t oft auf der Strecke.“
Obwohl Timotheus H?ttges die Grunds?tzlichkeit dieser hybriden Arbeitsform nicht in Frage stellt,
wird sein Appell, zur?ck in die B?ros zu kommen, sicherlich nicht nur Applaus finden.

Der Vortragsredner Michael Okada merkt an: „Die Frage, warum die Mitarbeiter nicht in die
B?ros zur?ckkehren, ist meiner Meinung nach nur ein Teil der Frage. Die vollst?ndige Frage sollte
sein: Was m?ssen wir als Arbeitgeber tun, damit die Mitarbeiter motiviert, aus freien St?cken, voller
Freude und Motivation zur?ckkehren? Warum sehen wir nicht die Tage im B?ro als eine unendliche Abfolge von Netflix-Serien? Nach Ende einer jeweiligen Folge von Games of Thrones oder Breaking Bad, konnte ich die n?chste Folge nicht abwarten. Leadership hat eine Atmosph?re zu schaffen, die den Mitarbeitern genau dieses Gef?hl vermittelt. Etwas zu verpassen, wenn sie nicht ins B?ro kommen! Eine F?hrungskraft zu sein ist kein Job, es ist eine Verantwortung!“

F?r den Keynotespeaker eine l?ngst ?berf?llige Diskussion und dass
diese jetzt endlich angesto?en wird, „… spreche vor allem f?r Herrn H?ttges. Mit diesem
Diskussionsansto? stellt sich die grunds?tzliche Frage: F?r was f?r eine Art von Leadership
m?chten wir Manager stehen? Wie verstehen wir F?hrung in der Post-Covid-?ra?“, so Okada.

Einige Konzerne kommen ihren Mitarbeitern entgegen, indem sie hybride Arbeitsmodelle anbieten
und auch im B?ro selbst mobiles Arbeiten erm?glichen. Der Redner und Unternehmer Michael Okada hat sich viel mit dem Thema Arbeitskultur und dem Einfluss der Pandemie auf Handlungs- und Organisationsstrukturen von Unternehmen besch?ftigt. In seinem Vortrag „Der Samurai-Kodex“
diskutiert er, warum R?cksichtnahme auf die Bed?rfnisse der Mitarbeiter und Werte wie Respekt,
Stolz, Aufmerksamkeit und Pflichtbewusstsein entscheidend f?r eine post-pandemische Arbeitskultur sind.

„Corona hat vieles ver?ndert – insbesondere in der Wirtschaft. Es sind neue Arbeitsmodelle und –
prozesse entstanden, an die sich die Arbeitnehmer in den letzten Jahren gew?hnt haben. Eine
R?ckkehr zum Vor-Corona-Arbeitsmodell bedeutet nicht einfach eine Wiederaufnahme alter
Gewohnheiten, sondern eine neue Gew?hnung“, erkl?rt Okada in seinem Vortrag. Dass viele
Arbeitnehmer nicht mehr zum alten Modell zur?ckkehren wollen, sei laut ihm verst?ndlich.

„Hybride Arbeitsmodelle lassen mehr Raum f?r Flexibilit?t im Arbeitsalltag“, so der Vortragsredner.
Doch verlange das Arbeiten zu Hause oder nicht am festen Schreibtisch im B?ro gro?es Vertrauen
seitens des Arbeitsgebers und Pflichtbewusstsein seitens der Arbeitnehmer. Deshalb sei laut Okada
nicht nur ein passendes Arbeitsmodell f?r eine positive Unternehmenskultur entscheidend, sondern
vor allem Werte, mit denen sich die Mitarbeiter identifizieren.

„Es war und ist f?r mich als Arbeitgeber immer wichtig gewesen, den Arbeitnehmern eine Umgebung zu schaffen, in der sie sich wohlf?hlen, mit der sie sich identifizieren, wo sie sich weiterentwickeln k?nnen. Wenn meine Mitarbeiter sich nicht verantwortlich f?hlen oder Respekt gegen?ber dem Unternehmen und seiner Vision haben, es sie mit Stolz erf?llt, dann ist es irrelevant, ob sie am Schreibtisch im B?ro oder im Wohnzimmer sitzen“, sagte der Redner in seinem Vortrag zum Wertesystem am Arbeitsplatz.

Laut Okada m?ssen Werte wie Aufmerksamkeit, Stolz, Respekt und Pflichtbewusstsein f?r eine
gesunde Unternehmenskultur Priorit?t haben. Der deutsch-japanische Vortragsredner orientiert sich am Verhaltenskodex der japanischen Samurai. „Die Samurai waren nicht nur Krieger. F?r sie standen Loyalit?t und Verantwortungsbewusstsein ihren Lehnsherren gegen?ber an oberster Stelle.“ Dieses Pflichtbewusstsein und den Stolz sowie Respekt solle laut Okada auch die Arbeitskultur eines Unternehmens leiten.

„Es ist mir an dieser Stelle wichtig festzuhalten, dass es hier nicht um Samurai-Loyalit?t bis in
den Tod gehen soll. Kritik und das Hinterfragen von Positionen und Prozessen sind f?r mich ein
elementarer Bestandteil von Innovation. Und genau darin waren die Samurais nicht vorbildlich, sonst w?rde es sie noch geben. Nat?rlich sind es keine festen
Verhaltensregeln. Davon halte ich nichts. Aber es sind Werte, die unser Denken und Handeln positiv
beeinflussen k?nnen. Und das gilt nicht nur f?r Arbeitnehmer, sondern auch f?r Arbeitgeber.“,
erkl?rt Okada in seinem Vortrag.

Der Samurai-Kodex ist mehr als nur ein reiner Vortrag ?ber Leadership und F?hrung. Diese Keynote
ist eine von mehreren Vortr?gen, in denen Okada Wissen und Methoden vermittelt, die sich an
Werten und Traditionen der japanischen Kultur orientieren. „Ich wei?, das klingt auf den ersten Blick
etwas ungewohnt. Aber meine interkulturelle Herkunft hatte nicht nur pers?nlich einen Mehrwert
f?r mich, sondern auch beruflich“, so der Keynotespeaker.

Okada blickt nun schon auf mehr als 15 Jahre in seinem Unternehmen zur?ck. Sein Erfolgsrezept: „Meine beruflichen Ziele und Visionen, meine Unternehmenskultur und meine Kundenbeziehungen gr?nden sich sehr stark auf Werte, die ich aus der japanischen Kultur kenne und praktiziere. In meinen Vortrag m?chte ich anderen zeigen, welchen Mehrwert meine Erfahrungen und meine Herkunft auch in ihren Unternehmen haben k?nnen“, res?miert Okada.

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