Weltweit gewinnen laut Statista E-Sport und Let’s-Play-Videos immer mehr Fans. Auch einige Unternehmen wie die ARAG haben den Trend erkannt, unterst?tzen durch Sponsoring und setzen sich f?r einen fairen und respektvollen Umgang miteinander im Netz ein. Dazu hat der D?sseldorfer Versicherer in einer aktuellen Studie Hasskommentare analysiert. Da sich Gamer gerne gegenseitig beim Spielen zusehen und ihre eigenen Spiele live kommentieren, erfreut sich die Streaming-Plattform Twitch gro?er Beliebtheit. Neben der Sparte Gaming werden dort mittlerweile auch Sport, News, Musik und andere Hobbys angeboten. Aber auch missbr?uchliche Posts und Hasskommentare geh?ren zur Realit?t von Online-Games. Grund genug f?r die ARAG IT-Experten, einen Blick auf Twitch & Co. zu werfen.
Was ist Twitch und wie funktioniert es?
Twitch.tv ist das gr??te und wichtigste Webportal f?r Live-Streaming von Videospielen und wird vom Onlineh?ndler Amazon kostenfrei angeboten. Der Fokus liegt dabei auf der ?bertragung der Spiele in Echtzeit. ?ber Twitch k?nnen Nutzer ihren Bildschirm ?ffentlich teilen und andere am Spielverlauf teilhaben lassen. Durch Erweiterungen wie Chats oder Kommentarfunktionen wird aus der reinen ?bertragungsplattform eine aktive Community, wo YouTube-Stars und andere Interessierte ihr Wissen teilen und ?ber Chats miteinander kommunizieren. Laut den ARAG IT-Experten rekrutiert Twitch einen Gro?teil seiner Community aus der E-Sport-Szene, weshalb auch einige gro?e Ereignisse, wie z. B. die Weltmeisterschaften in League of Legends, live ?bertragen werden. Dabei sind die Zug?nge vielf?ltig: So kann mit Xbox, PlayStation, Nintendo, Smartphone oder PC gestreamt werden. Durch den gro?en Erfolg des Netzwerkes gibt es neben Let?s Play-Videos und E-Sport mittlerweile auch richtige Twitch-Stars wie Ninja mit ?ber 18 Millionen Followern, die durch Werbeeinnahmen, Abos etc. Geld verdienen.
Gefahr(en) f?r Kinder und Jugendliche?
Auf der Streaming-Plattform tummeln sich laut eigener Angabe haupts?chlich Fans im Alter zwischen 16 bis 24 Jahren, wovon ?ber ein Drittel j?nger als 25 Jahre ist. Zwar besagen die Allgemeinen Gesch?ftsbedingungen (AGB) von Twitch, dass Jugendliche unter 13 Jahren die Plattform nicht nutzen und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren sich nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten einloggen d?rfen, dennoch bietet die Plattform wenig Schutz vor jugendgef?hrdenden Inhalten. Denn laut den ARAG IT-Experten lebt Twitch von Live-Inhalten und diese sind nicht jederzeit moderier- oder kontrollierbar. Zwar sperrt Twitch Inhalte und Kan?le, die gegen Community-Richtlinien und geltende Gesetze versto?en und zudem ist es m?glich, nicht-altersgerechte Kan?le zu blockieren, aber auch in legalen und in jugendgerechten Streams k?nnen Nutzer gemobbt oder es k?nnen von anderen Usern Beleidigungen, unpassende Kommentare, rassistische oder sexistische ?u?erungen im Chat ausgesprochen werden. Sind Kinder und Jugendliche in Chats aktiv, k?nnen fremde Teilnehmer einen privaten Chat starten und ihnen sogenannte „Fl?sternachrichten“ schicken. Die ARAG IT-Experten weisen darauf hin, dass Chats von Twitch selbst nicht kontrolliert werden. So erh?ht sich die Gefahr z. B. von Hassrede, Cybermobbing oder Cybergrooming (Grooming, engl. f?r „Striegeln“, meint im ?bertragenen Sinn das Anbahnen von sexueller Gewalt gegen Minderj?hrige im Internet).
Erste Entwickler reagieren auf diese Gefahren. So werden beispielsweise beim Online-Spiel „Fortnite“ automatisch die letzten f?nf Minuten der Chats als Audio-Datei gespeichert. Werden User beleidigt oder bedroht, k?nnen sie den Vorfall direkt im Spiel melden. Zusammen mit der Meldung wird die letzte f?nfmin?tige Audio-Datei als Beweis an die Moderatoren geschickt und die legen fest, ob ein Verweis ausgesprochen oder gar Anzeige erstattet wird. Die Audio-Clips werden laut ARAG Experten aus Datenschutzgr?nden nur lokal auf den Rechnern der beteiligten Gamer gespeichert und alle Inhalte, die ?lter als f?nf Minuten sind, werden automatisch ?berschrieben. Bei Spielern, die unter 18 Jahre alt sind, ist das Sprach-Chat-Melden immer aktiviert. Wer ?ber 18 Jahre alt ist und keine Aufzeichnung w?nscht, kannst sich selbst stummschalten oder den Sprach-Chat in den Einstellungen ganz ausschalten.
Schutz durch Selbstkontrolle?
Wie wirksam schnell eingreifende Community-Moderatoren sein k?nnen, zeigt die ARAG Hate-Speech-Studie. Daf?r wurden die Posts der 250 bekanntesten E-Sports-Talente auf den Plattformen Twitch, Instagram und X (ehemals Twitter) untersucht. Twitch weist mit 81 Prozent den h?chsten Anteil toxischer Posts auf. Knapp zehn Prozent der ermittelten missbr?uchlichen Kommentare enthalten sogar bedenklich gewaltverherrlichende Inhalte, die sich durch den Live-Charakter des Chats schnell vervielfachen und ausbreiten k?nnen. Doch es hat sich gezeigt, dass eingesetzte Community-Moderatoren einen Schneeballeffekt von Hasskommentaren regelm??ig verhindern.
Was k?nnen Eltern tun?
Zun?chst sollte immer das Gespr?ch mit dem Kind oder Jugendlichen gesucht werden. Spielzeiten oder Regeln k?nnen verhandelt und diese beispielsweise in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten werden. Zudem haben Smartphones und Tablets eine Art Wohlf?hl-Funktion (Digital Wellbeing), die dabei hilft, die Zeitdauer der Nutzung zu begrenzen. Des Weiteren empfehlen die ARAG IT-Experten, gemeinsam mit dem Kind die Twitch-Familien-Checkliste von klicksafe ?ber den Umgang mit Fremden im Netz und ?ber Vorsicht bei der Weitergabe von pers?nlichen Informationen anzuschauen. Auch technisch kann vorgesorgt werden: So ist es m?glich, bei Twitch in den Einstellungen unter „Sicherheit und Privatsph?re“ Fl?sternachrichten von unbekannten Benutzern zu blockieren. Kommt es dennoch zu einer unangemessenen Chatnachricht, kann das Kind den anderen Teilnehmer auch blockieren und vor allem: den Vorfall bei Twitch melden.
Auch bei der Auswahl des Twitch-Kanals k?nnen Eltern laut der ARAG IT-Experten auf einige Aspekte achten: Wird f?r den eigenen Nachwuchs ein Gaming-Account er?ffnet, lohnt sich beim Studium des Spieles ein Blick auf die entsprechende Website der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und der Spieleratgeber NRW. Unter der Rubrik „Info“ im jeweiligen Kanal k?nnen Eltern schauen, ob es Chat-Moderatoren gibt, die auf Regeln achten und ob der Kanal durch Werbung finanziert wird. Zudem empfehlen die ARAG IT-Experten, insbesondere dann, wenn das Kind neu bei Twitch einsteigt, sich die Inhalte gemeinsam anzuschauen und vor allem auch in den Stream reinzuh?ren. Wie dr?ckt sich die oder der Streamende aus? ?ber welche Themen wird gesprochen oder auch interessant: Wof?r wird der Account von Fans gefeiert? Insbesondere Letzteres finden die ARAG IT-Experten aufschlussreich, weil die kurzen Clips ?ber den Streamer direkt von anderen Fans erstellt werden.
Detaillierte Ergebnisse der ARAG Studie stehen auf https://www.arag.com/de/presse/pressemitteilungen/ oder www.foragoodgame.de zum Download bereit.
Weitere interessante Informationen zum Thema unter:
https://www.arag.de/rechtsschutzversicherung/internet-rechtsschutz/internet-fuer-kinder/
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