?ber mehr als zehn Jahre hinweg wurde im Energievertrieb ein Konstrukt aufgebaut, das heute zum massiven Risiko f?r alle Beteiligten geworden ist. Ein Energielieferant bedient sich eines Ein-Personen-Unternehmens als Handelsvertreter. Dessen prim?re Aufgabe: s?mtliche Vertriebspartner unter sich zu b?ndeln. Direkte Vertragsbeziehungen zum Energielieferanten wurden dabei systematisch vermieden. Die Provisionen flossen gesammelt an den Intermedi?r, der sie anschlie?end weiterverteilte.
Ein System, das lange funktioniert hat, jedoch heute gef?hrlich ist. Denn nach ?ber einem Jahrzehnt geht es mittlerweile um monatliche Provisionen in Millionenh?he. Gelder, die den Vertriebspartnern zustehen, aktuell aber vom Handelsvertreter nicht ausbezahlt, sondern vertrags- und rechtswidrig einbehalten werden. Und das vor den Augen der Stadtwerke Klagenfurt, die dabei unt?tig zusehen. Bereits im zweiten Monat in Folge fehlt die Abrechnungsgrundlage. Vertriebspartner, die ihre Leistung ordnungsgem?? erbracht haben, stehen erneut vor dem Problem, ihre Provisionen nicht korrekt abrechnen zu k?nnen. Wieder bleibt nur eine Notl?sung: Einreichungen auf Basis veralteter Daten.
Das ist kein Einzelfall mehr. Das ist Methode.
Und die Stadtwerke ?ben sich in Passivit?t, anstatt Entscheidung zu treffen. Es geht l?ngst nicht mehr darum, ein bestehendes Modell zu „st?tzen“. Vielmehr wird eine proaktive Mitwirkung an einer L?sung faktisch verweigert. Man steckt den Kopf in den Sand. Man tut so, als gingen einen die Existenzen und Schicksale jener Vertriebspartner nichts an, die ?ber Jahre hinweg den Vertrieb aufgebaut und getragen haben. F?r die Betroffenen hat das schwerwiegende Konsequenzen. Provisionen sind ihr Einkommen. Wenn diese ausbleiben, fehlen liquide Mittel f?r laufende Kosten, Kredite und den t?glichen Lebensunterhalt. Familien geraten unter Druck. Und das alles, obwohl die zugrunde liegende Leistung l?ngst erbracht wurde.
Gleichzeitig zeigt sich die innere Widerspr?chlichkeit dieses Konstrukts in aller Deutlichkeit: F?r Neuvertr?ge seit J?nner 2026 wurde bereits ein Direktmodell ohne Handelsvertreter etabliert. Das bedeutet im Klartext: Man wei?, wie es richtig geht. Man entscheidet sich aber bewusst dagegen, dieses Modell auch auf bestehende Strukturen anzuwenden.
Warum? Die Antwort darauf bleibt aus.
Was jetzt gebraucht wird: zwei klare Schritte
Was es braucht, ist kein weiteres Abwarten, sondern konsequentes Handeln, in zwei klar definierten Schritten. Erstens: Ein unmittelbares Durchgreifen durch die Stadtwerke in Form von Direktzahlungen an die betroffenen Vertriebspartner. Nur so kann die akute Situation entsch?rft und die Zahlungsf?higkeit sichergestellt werden. Gleichzeitig bedeutet das die faktische Entmachtung des Handelsvertreters – und das ist kein Kollateralschaden, sondern das erkl?rte Ziel. Zweitens: Eine klare strukturelle Trennung vom bestehenden System. Der Handelsvertreter muss aus der Abwicklung entfernt werden, um k?nftig stabile, transparente und rechtssichere Prozesse zu gew?hrleisten.
Erst die Sicherung der Zahlungen. Dann die nachhaltige Stabilisierung des Systems. Alles andere ist keine L?sung, sondern ein weiteres Hinausz?gern auf dem R?cken jener, die dieses System ?berhaupt erst m?glich gemacht haben. Ein funktionierender Energiemarkt braucht klare Verantwortlichkeiten, transparente Abrechnungen und faire Bedingungen f?r alle Beteiligten. Konstruktionen, in denen zentrale Zahlungsfl?sse von einzelnen Akteuren kontrolliert werden, sind nicht nur riskant, sie sind in dieser Form nicht tragbar.
Am Ende bleibt eine einfache Frage: Wie lange wollen die Stadtwerke hier noch zusehen?
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