Investitionen in neue Maschinen, Fahrzeuge, IT oder Betriebsausstattung belasten zun?chst die Liquidit?t eines Unternehmens. Steuerlich werden die Anschaffungskosten normalerweise ?ber mehrere Jahre verteilt abgeschrieben. F?r kleine und mittlere Unternehmen bietet der Gesetzgeber jedoch eine zus?tzliche M?glichkeit, die Steuerbelastung schneller zu reduzieren: die Sonderabschreibung nach ? 7g EStG.
Seit dem Wachstumschancengesetz ist dieses Instrument noch interessanter geworden. F?r beg?nstigte Wirtschaftsg?ter k?nnen neben der regul?ren Abschreibung Sonderabschreibungen von insgesamt bis zu 40 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten geltend gemacht werden.
Damit l?sst sich ein erheblicher Teil einer Investition bereits innerhalb der ersten Jahre steuerlich ber?cksichtigen. F?r Unternehmen kann daraus ein wichtiger Liquidit?tsvorteil entstehen.
Was ist eine Sonderabschreibung?
Bei der normalen Abschreibung werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts grunds?tzlich ?ber dessen betriebsgew?hnliche Nutzungsdauer verteilt.
Die Sonderabschreibung nach ? 7g Abs. 5 EStG erm?glicht dagegen eine zus?tzliche Abschreibung.
Beg?nstigte Unternehmen k?nnen im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den vier darauffolgenden Jahren insgesamt bis zu 40 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zus?tzlich abschreiben.
Das bedeutet: Ein gr??erer Teil der Investition kann bereits fr?hzeitig steuerlich geltend gemacht werden. Dadurch sinkt der steuerpflichtige Gewinn und damit grunds?tzlich auch die aktuelle Steuerbelastung.
Wer kann die Sonderabschreibung nutzen?
Die Sonderabschreibung nach ? 7g EStG richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen.
Entscheidend ist unter anderem der Gewinn des Unternehmens im Wirtschaftsjahr vor der Anschaffung oder Herstellung. Dieser darf die gesetzlich festgelegte Gewinngrenze von 200.000 Euro grunds?tzlich nicht ?berschreiten.
Die Regelung kann ? bei Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen ? unter anderem von Einzelunternehmen, Freiberuflern, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften genutzt werden.
Welche Investitionen sind beg?nstigt?
Die Sonderabschreibung gilt f?r abnutzbare bewegliche Wirtschaftsg?ter des Anlageverm?gens.
Hierzu k?nnen beispielsweise geh?ren:
Maschinen- und Produktionsanlagen,
Betriebs-und Gesch?ftsausstattung,
Computer, Server und andere IT-Technik,
Werkzeuge und technische Ger?te,
bestimmte betriebliche Fahrzeuge.
Das Wirtschaftsgut muss au?erdem die gesetzlichen Anforderungen an die betriebliche Nutzung erf?llen. Insbesondere muss es im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und im darauffolgenden Wirtschaftsjahr ausschlie?lich oder fast ausschlie?lich betrieblich genutzt oder entsprechend vermietet werden.
Geb?ude oder Grundst?cke fallen dagegen grunds?tzlich nicht unter diese Sonderabschreibung nach ? 7g EStG.
Praxisbeispiel: 100.000 Euro Investition
Ein mittelst?ndisches Unternehmen investiert 100.000 Euro in eine neue Produktionsmaschine.
Neben der regul?ren Abschreibung kann das Unternehmen ? sofern s?mtliche Voraussetzungen erf?llt sind ? innerhalb des gesetzlichen Beg?nstigungszeitraums Sonderabschreibungen von insgesamt bis zu 40.000 Euro geltend machen.
Der steuerpflichtige Gewinn kann dadurch insbesondere in den ersten Jahren nach der Investition deutlich reduziert werden.
Der entscheidende Vorteil ist die Liquidit?tswirkung: Steuern, die aufgrund der h?heren Abschreibungen zun?chst nicht gezahlt werden m?ssen, verbleiben im Unternehmen und k?nnen beispielsweise zur Finanzierung weiterer Investitionen, zur Tilgung von Krediten oder zur St?rkung der Liquidit?tsreserve eingesetzt werden.
Wichtig ist allerdings: Die Sonderabschreibung bedeutet grunds?tzlich keine zus?tzliche Abschreibung ?ber die gesamten Anschaffungskosten hinaus. Sie verlagert Abschreibungsvolumen zeitlich nach vorne. Der wesentliche wirtschaftliche Vorteil liegt daher vor allem in der fr?heren Steuerentlastung und dem damit verbundenen Finanzierungseffekt.
Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung ? wo liegt der Unterschied?
Beide Instrumente des ? 7g EStG verfolgen ein ?hnliches Ziel, setzen aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten an.
Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) aus Teil 2 unserer Serie erm?glicht unter bestimmten Voraussetzungen eine steuerliche Gewinnminderung bereits vor der geplanten Investition.
Die Sonderabschreibung greift dagegen nach der tats?chlichen Anschaffung oder Herstellung des beg?nstigten Wirtschaftsguts.
Gerade deshalb sollten beide Instrumente nicht isoliert betrachtet werden. Bei einer fr?hzeitig geplanten Investition kann gepr?ft werden, ob sich Investitionsabzugsbetrag, Sonderabschreibung und regul?re Abschreibung sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Typische Fehler vermeiden
In der Praxis k?nnen insbesondere folgende Punkte dazu f?hren, dass steuerliche Vorteile nicht oder nicht vollst?ndig genutzt werden:
Die ma?gebliche Gewinngrenze wird nicht gepr?ft.
Die Voraussetzungen f?r die betriebliche Nutzung werden nicht eingehalten.
Investitionen werden ohne vorherige steuerliche Planung durchgef?hrt.
Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung werden nicht gemeinsam betrachtet.
Der Zeitpunkt der Investition wird steuerlich nicht optimiert.
Die Liquidit?tswirkung verschiedener Abschreibungsvarianten wird nicht berechnet.
Gerade bei gr??eren Anschaffungen sollte deshalb bereits vor der verbindlichen Investitionsentscheidung gepr?ft werden, welche steuerliche Gestaltung f?r das Unternehmen sinnvoll ist.
Unser Praxistipp
Die h?chste Abschreibung ist nicht automatisch die beste Entscheidung.
Befindet sich ein Unternehmen beispielsweise in einem Jahr mit au?ergew?hnlich niedrigem Gewinn, kann es sinnvoll sein, vorhandenes Abschreibungsvolumen nicht vollst?ndig sofort auszusch?pfen. Werden dagegen hohe Gewinne erwartet, kann eine beschleunigte steuerliche Ber?cksichtigung besonders attraktiv sein.
Deshalb sollte nicht nur gefragt werden:
?Wie viel k?nnen wir abschreiben??
Die wichtigere Frage lautet:
?Wann bringt uns die Abschreibung den gr??ten wirtschaftlichen Vorteil??
Eine vorausschauende Steuer- und Liquidit?tsplanung kann hier einen erheblichen Unterschied machen.
Unsere Serie: Steuerliche Investitionsf?rderung f?r Unternehmen
Teil 1: Investitionsf?rderung f?r Unternehmen ? Neue steuerliche Chancen sinnvoll nutzen
Teil 2: Investitionsabzugsbetrag (? 7g EStG) ? Investitionen bereits heute steuerlich ber?cksichtigen
Teil 3: Sonderabschreibungen ? Zus?tzliche steuerliche Entlastungen gezielt nutzen (dieser Beitrag)
Teil 4: Degressive Abschreibung ? Mehr Liquidit?t durch h?here Anfangsabschreibungen
Teil 5: F?rderprogramme von Bund und L?ndern ? Steuerliche Vorteile mit Zusch?ssen kombinieren
Teil 6: Die zehn h?ufigsten Fehler bei Investitionsentscheidungen ? und wie Unternehmer sie vermeiden
Fazit
Die Sonderabschreibung nach ? 7g EStG ist f?r kleine und mittlere Unternehmen ein interessantes Instrument zur steuerlichen Gestaltung von Investitionen. Mit einer zus?tzlichen Abschreibung von insgesamt bis zu 40 Prozent k?nnen Investitionskosten schneller steuerlich ber?cksichtigt und damit Liquidit?tsvorteile erzielt werden.
Besonders interessant wird die Regelung, wenn sie gemeinsam mit dem Investitionsabzugsbetrag und der regul?ren Abschreibung in eine l?ngerfristige Investitions- und Steuerplanung eingebunden wird.
Unser Rat: Betrachten Sie gr??ere Investitionen nicht erst bei der Erstellung des Jahresabschlusses. Bereits vor der Anschaffung sollte gepr?ft werden, welche Abschreibungsm?glichkeiten bestehen und in welchem Wirtschaftsjahr die steuerliche Entlastung den gr??ten Nutzen bringt.
Gerne pr?fen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Gestaltungsm?glichkeiten f?r Ihre geplanten Investitionen bestehen und wie sich steuerliche Vorteile sinnvoll mit Ihrer Liquidit?ts- und Unternehmensplanung verbinden lassen.
Keywords:Sonderabschreibung,Sonderabschreibung ? 7g EStG,40 Prozent Sonderabschreibung,Abschreibung Unternehmen,Investitionsf?rderung Unternehmen,steuerliche Investitionsf?rderung,Investitionen steuerlich absetzen,Investitionsabzugsbetrag,Liquidit?t Unternehmen,St
Powered by WPeMatico